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Arbeitskreis Plattdeutsch und Brauchtum

Die Geschichte des Arbeitskreises "Plattdeutsch und Brauchtum"
Dorothea Wolk
Arbeitskreis Plattdeutsch und Brauchtum 
Stand Mitte 2008
Der Arbeitskreis „Plattdeutsch und Brauchtum" ist mit 14 Teilnehmern aus dem VHS-Kurs „Plattdeutsch“ vom 12. Oktober 1981 hervorgegangen. Diesen VHS-Kurs hatte Hans Vogt ins Leben gerufen.
Da die Teilnehmer aber von der VHS unabhängig sein wollten, beschloss man, sich als eigenständige Gruppe unter der Leitung von Hans Vogt jeden 2. Montag in der Lindemannstube zu treffen, später im Archiv. Hans Vogt dichtete den Text des Sennestadtliedes, den Bärbel Schemel vertonte. In eigener Regie baute die Gruppe unter der Leitung von Günter Erping und Heiner Oesterwinter den Pickertofen vor dem Sennestadthaus.
1982 feierte man das 100-jährige Bestehen der Beckhofsiedlung. Wir beteiligten uns mit einem Plattdeutschen Laienspiel und Liedern. Schon gleich besuchten uns am Pickertofen die Plattdeutschen Freunde aus Senne I und Brackwede und luden uns ebenfalls ein.
1983 Im Februar nahmen wir am Treffen der Plattdeutschen Freilichtbühnen in Hamm-Heesen teil, und in jedem Frühjahr besuchten wir in Steinhagen in der Aula des Schulzentrums die Plattdeutsche Laienspielschar. Bei den vielen Pättkesfahrten besichtigten wir immer wieder alte Kotten, denn auf so einen als Heimathaus waren wir nämlich scharf, und wir haben bis heut’ noch keinen oder etwas Ähnliches. Und dann wurde am 7. November 1983 der Sennestadtverein gegründet, dem wir zugeordnet wurden.
1984 trafen wir uns mit dem Sennestadtverein das 1. Mal am Pickertofen, wo über Berichte der Arbeitskreise, Stadtkernplanung, Partnerschaft und Mundartenmorgen diskutiert wurde. Im November fand der erste Mundartenmorgen im Bürgertreff des Sennestadthauses statt, wo wir Schmalzbrote und Schluck anboten. Es wurden vortragende Gäste eingeladen und Geschichten in Mundarten angeboten. Wir hatten immer zwischen 60 und 100 Zuhörern. Zweimal im Jahr übernahm Erich Oberquelle aus unserer Gruppe mit großem Erfolg die Planung der Tages-Busfahrten des Sennestadtvereins. Seine „Pfefferbeißer“ waren ein traditionelles Busfrühstück. Im Dezember trugen Manfred Pellmann, Heinrich Koch und Ernst August Wellenkrüger in der Kreuzkirche mit der Musikschule Kanngießer nach Carl Orff eine Weihnachtsgeschichte vor – Plattdeutsch von Hans Vogt –, die am „Heilig Abend“ auf WDR 4 übertragen wurde. Zum Jahresausklang machten wir immer eine Winterwanderung – zu Deppe, zum Fichteheim oder ins Schopketal. Inzwischen wurde unsere Gruppe größer, und wir besorgten uns Trachten. 
1985 feierten wir drei Tage mit: 20 Jahre Stadtwerdung und 10 Jahre Bürgerzentrum. Der Fackelumzug durch die Sennestadt war ein Erlebnis, und abends traf man sich bei Festbeleuchtung am Pickertofen, wo Pickert von uns gebraten wurde. Im August besuchten wir die Freilichtbühne „Kahle Wart“.
1986 Wir besichtigten die Trachtenpuppenausstellung bei Mercedes. Sie war Anlass für Dorothea Wolk, unseren Männern blaue Hemden zu nähen, wie sie die westfälischen Bauern getragen haben sollen, einigen unserer Frauen nähte sie Arbeitskleider 
oder half ihnen dabei und auch Heuhauben und Ausgehkleider. 
Im Juli übergab uns Herr Lükewille beim Klönabend am Pickertofen die Leinewebertracht, die Udo Behncke zu gegebenen Anlässen trug, während Heiner Oesterwinter sich dazu mit schwarzem Cut und Melone zeigte.
1987 1988 1989 luden wir (als Plattdeutsche Rocker) zum Rosenmontag in den Bürgertreff ein. Mit Isolde und Udo Behncke, Bärbel und Wolfgang Schemel, Doris und Herbert Wolk brachten wir Sketche, in denen wir Probleme der Sennestadt ansprachen und mit allen viel Spaß hatten.
1987 Das Osterfeuer fand zunächst auf der Maiwiese statt, anschließend übernahmen wir die Bedienung in der Lindemannstube. Wir fuhren mit der „Teutoburger- Wald-Eisenbahn“ in Gütersloh zum Aasee. Das Sennestadtfest im Juni war bei tollem Wetter ein voller Erfolg, auch am Pickertofen. Nun beteiligten wir uns regelmäßig mit großem Zelt vom Jugendhof „Windrose“ mit reichhaltigem Angebot am Weihnachtsmarkt an der unteren Elbeallee. 
1988 Osterfeuer, Pättkesfahrten, Einladungen der Brackweder zum Klön am Pickertofen, Sennestadtfest: wir waren überall dabei. Unsere Gruppe fuhr das erste Mal gemeinsam in die Lüneburger Heide und machte dort Radtouren. 
1989 lud uns Herr Künnemeyer zu den „Brackweder Plattdeutschen“ ein, wo der Kreisheimatpfleger anwesend war. Für „Skulptur aktuell III“ packten wir unseren Pickertofen als Gag in ein Netz mit Schild davor, wo er irrtümlich auch für eine Skulptur gehalten wurde. Im August luden uns die Schützen das erste Mal zum Umzug ein, wo wir für eine farbige Auflockerung sorgten. Im Oktober fuhren wir mit eigenen Autos und Fahrrädern nach Borken. 
1990 Im Juni fand am Beckhof eine Bürgerversammlung des Sennestadtvereins statt, wo die Probleme der A 33 diskutiert wurden, und wir feierten im August „25 Jahre Sennestadt“ mit Klön am Pickertofen und Pickertbraten. Im Oktober fuhren wir mit eigenen PKWs und Fahrrädern nach Malente. 
1991 besuchten wir das erste Mal das Plattdeutsche Theater in Jöllenbeck, wo wir dann, wie auch in Steinhagen zu den Stammgästen zählten. Im April beteiligten wir uns mit Pickertbacken und in Zusammenarbeit mit dem Verler Singkreis mit Liedern und Textbeiträgen bei „25 Jahre Wisa“.Und im Oktober waren wir mit PKWs und Fahrrädern in Bad Zwischenahn.
1992 Wanderungen, Großreinemachen in der Sennestadt, Autostraßenfest, Plattdeutsche Theater, Osterfeuer, Weihnachtsmarkt : Wir sind dabei! Beim Schützenumzug lief Herbert Wolk mit seiner selbstgebauten Draisine mit und erregte großes Aufsehen. Dann fuhr die Gruppe im Oktober mit eigenen PKWs in den Bayrischen Wald nach Alt-Reichenau. 
1993 Wir feierten „10 Jahre Sennestadtverein“ mit Archivöffnung und Klönabend mit Pickert. Und im August hatte Herbert Wolk auch die zweite Draisine fertig, auf denen Doris Wolk und Wolfgang Schemel beim Schützenumzug auf hartem Sattel mitliefen. Im September wurden wir zur Enthüllung eines Mahnmales zur „Beckhofsiedlung 35 Jahre“ mit unseren Beiträgen eingeladen. 
1994 Zu 75 Jahre SPD“ lud man uns in Trachten zum Singen ein. Zum ersten Mal fand das Osterfeuer am Ramsbrockring statt, wo wir Pickert und Kaffee anboten, und ab diesem November fanden die Mundartenvorträge am Nachmittag statt, wo wir ca. 100 Zuhörer hatten.
1995  „30 Jahre Sennestadt“, drei Tage feierten wir mit. Beim Schützenumzug hatten wir nicht nur die zwei Draisinen, sondern auch einen Bollerwagen mit alten Geräten, und beim „Museumshof Senne kulinarisch“ im September brachten wir Plattdeutsche Lieder und Vertellsels. Und dann fuhren wir mit eigenen PKWs zum Müritzsee, liehen uns Fahrräder und erlebten eine wunderbare Landschaft. Beim Weihnachtsmarkt boten wir das erste Mal unseren Renner „Eierpunsch“ an.
1996 Wir trauerten um „Lina von der Bullerbieke“, Isolde Behncke. Es ging weiter mit Filmabenden, Autostraßenfest mit Pickert- und Kaffeeangebot, Pättkesfahrten, Osterfeuer, Rheda-Besichtigung mit Stroh-Übernachtung und Busfahrt zur polnischen Bernsteinküste. Im November Mundartennachmittag mit der Jugend- Musikschule Kanngießer. In der Ev. Bartholomäuskirche, Brackwede wurde noch einmal die Weihnachtsgeschichte von Carl Orff in Westfälischem Platt mit den Hirten Wolfgang und Bärbel Schemel und Maria Pollmeier vorgetragen.
1997 Wir wanderten um den Obersee, gingen mit bei den Schützen und fuhren im Oktober nach Steinbach in den Thüringer Wald. In unserer Gruppe ist auch Angela Flegel. Sie schreibt in ihrer einfachen Weise auf, wie es früher in Stall, Hof und Küche zuging. Und jetzt hat sie Freude, uns bei irgendwas zu erwischen, beobachtet uns, schreibt es auf und gibt es irgendwann zum Besten.
1998 Die Neue Westfälische kam wegen eines Interviews unserer Gruppe ins Archiv. Dort feierten wir im Februar Karneval. Im Mai wurde mit verschiedenen Aktionen das Neue Zentrum eingeweiht, wo wir auch Pickert und Kaffee anboten. Im Oktober organisierte Erich Oberquelle seine letzte Tagesfahrt nach Bochum.
1999 Wir machten Pättkesfahrten mit Udo Behncke und eine Tages-Busfahrt, die jetzt Wilhelm Bornemann organisierte. Wir verlebten ein tolles Wochenende im Haus Waldheim am Ölbach mit Selbstversorgung und fuhren im Oktober in den Schwarzwald.
2000 Bei der Jahreshauptversammlung im Januar wurde nach Ulrich Schlawig Ulrich Klemens unser neuer Vorsitzender. Wir feierten Karneval im Archiv. Es folgten Pättkesfahrten, Wanderungen, Busfahrten, Besichtigungen. Vom Turm der Jesus-Christus-Kirche schauten wir uns die noch immer herrlich grüne Sennestadt an, mit anschließendem Pickertessen. Im August verbrachten wir wieder ein Wochenende im Haus Waldheim, und den Mundartennachmittag gestalteten wir das erste Mal aus unserer eigenen Gruppe, ohne vortragende Gäste.
2001 Wieder ein Wochenende im Haus Waldheim. Im August feierten wir die Goldene Hochzeit von Doris und Herbert Wolk und fuhren im September in die Rhön. Die Gruppe „Plattdeutsch und Brauchtum“ existierte nun 20 Jahre, und der Mundartennachmittag war wieder ein voller Erfolg.
2002 Hans übergab die Leitung unserer Gruppe an Wilhelm Bornemann. In den letzten Jahren kamen zu uns sächsisch, pommersch, schlesisch und norddeutsch sprechende Teilnehmer und unsere Liste zeigte jetzt 44 Personen. Im Oktober fuhr ein Teil der Gruppe an die Ostsee nach Kühlungsborn.
2003 Aus gesundheitlichen Gründen und altersbedingt schrumpft die Gruppe. Aber es geht weiter. Wenn man uns braucht, sind wir da. Der Umgestaltung des Reichow-Platzes ist aus Altersgründen auch unser Pickertofen zum Opfer gefallen. Einige fuhren im Herbst mit nach Baltrum, und im November fand wieder der Mundartennachmittag statt.
2004 Wilhelm Bornemann legte die Leitung der Gruppe nieder. Auf Vorschlag von Hans Vogt und mit aller Einverständnis übernahm Doris Wolk die Leitung. Die Treffen fanden nach wie vor alle 14 Tage im Archiv statt. Wir besuchten weiterhin Museen, luden andere Vereine ein oder wurden eingeladen.
2005 Am Buschhof schmückten wir einen Wagen mit Trecker für den großen Sennestadtfestzug „50 Jahre Sennestadt“ und alle machten mit, buken kleine Pickerts, die wir am Straßenrand unterwegs verteilten. Wir trafen uns bei herrlichem Wetter bei der Osthusschule zum Grillen und Klönen, und zum Weihnachtsmarkt gab’s wieder Eierpunsch. 
2006 Im Mai luden wir die Gruppe aus Senne I ins Jochen-Klepper-Haus zu Kaffee und Kuchen ein, es war ein fröhlicher Nachmittag. Wir sagten das erste Mal beim Schützenumzug ab und organisierten im November noch einmal den Mundartennachmittag. Der Weihnachtsmarkt fand das erste Mal vor der Jesus-Christus-Kirche statt. Wir agierten mit unserm Eierpunsch im Gemeindehaus und hatten vollen Erfolg.
2007 Im Februar hatten wir Karneval im Archiv und luden im März den Gadderbaumer Heimatverein ins AWO-Zentrum nachmittags ein. Leider kamen nur 3 Personen, und wir hörten, dass es dort die Gruppe „Plattdeutsch“ gar nicht mehr gab. Im Brackweder Heimathaus besichtigten wir die Gaststättenausstellung und waren auch auf dem Schulbauernhof in Ummeln mit anschließendem Kaffeetrinken dort. Im Laufe des Jahres verloren wir drei unserer Mitglieder: Hans Vogt, Günter Erping und Herbert Wolk. Das ist sehr schmerzlich, aber das Leben geht weiter. Der Weihnachtsmarkt, zum zweiten Mal bei der Jesus-Christus-Kirche, lief prima.
2008 Im April fand der Aktionstag „Stadtumbau West“ statt, für uns Senioren unter der Leitung von Ulrich Klemens im AWO-Zentrum. Die beiden Heimathäuser in Schloß Holte-Stukenbrock haben uns im Juni sehr beeindruckt. In den warmen Monaten freuen wir uns immer über Einladungen außerhalb des Archiv-Kellers oder wir besuchen ein Gartenrestaurant. So waren wir bei Wilhelma Meyermann und zum Grillen bei Ulrich Klemens im August und warten ab, wie alles weiter verläuft.

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