Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Kulturkreis im Sennestadtverein

Kultur gibt einer Stadt erst die Seele

 

Immer wieder sind Besucher überrascht, wie sehr wir Sennestädter uns mit unserem Stadtbezirk identifizieren, wie sehr wir uns in unserer Sennestadt wohl fühlen. Und viele bemerken wohl zu Recht, dass dies nicht zuletzt mit der kulturellen Lebendigkeit unserer jungen Stadt zu tun hat. Unsere Sennestadt bietet eine kulturelle Vielfalt und Fülle, die ihresgleichen in anderen Stadtbezirken sucht und der Stadtneugründung Sennestadt neben ihrer architektonischen Besonderheit ihr besonderes Profil gegeben hat und gibt.
Ein kluger Stadtplaner hat einmal gesagt, dass es die Kultur ist, die einer Stadt erst eine Seele gibt. Ich weiß nicht, ob den Gemeindepolitikern von Senne II und den Gründervätern von Sennestadt dieser Satz bekannt war. Aber um die Bedeutung eines lebendigen Kulturlebens für das Gelingen des "Projektes Sennestadt" wussten sie fraglos. Und so schufen sie - gemeinsam mit vielen engagierten Alt-Sennern und Sennestadt-Neubürgern - von Anbeginn die Voraussetzungen dafür, dass über die städtebauliche Einmaligkeit der "Stadt auf der grünen Wiese" hinaus ein ganz eigenes, spezifisches Kulturleben die Besonderheit Sennestadts prägte und prägt.
 
Kulturring Sennestadt e.V. - 1961 bis 1966


Der Kulturring Sennestadt wurde 1961, sechs Jahre nach Gründung der jungen Stadt, ins Leben gerufen. Nach der ersten raschen Aufbauphase Sennestadts fanden sich engagierte Mitbürger um den Vorsitzenden Heinrich Kokemohr, um dem wachsenden Bedürfnis dieser Stadt nach kulturellem Leben Rechnung zutragen auf den Gebieten der Kunst und Volksbildung. Pioniergeist und aktiver Bürgersinn kennzeichnen den Weg dieser Institution, die in Folge von Wolfgang Kaiser, Dr. Daniel von der Heyden und Dr. Bernd Ueding geleitet wurde, unterstützt von einem engagierten Beirat.


Das Leitmotiv dieses Kulturträgers war, mit einem breit gefächerten Angebot alle Bürger zu erreichen, um ein zusätzliches Forum zum Zusammenwachsen des Gemeinwesens zu bilden. Das Programm beinhaltete Theatergastspiele mit namhaften Schauspielern (u. a. Will Quadflieg, Hans-Joachim Kulenkampff, Grit Boettcher, Hannelore Elsner oder Carl Schell} und Konzerte sowohl heimischer Musiker und Ensembles als auch solcher aus dem In- und Ausland, unter ihnen Künstler von Weltruf wie Agnes Giebel, Christoph Eschenbach, Stefan Askenase, Saschko Gawriloff, Jacques Loussier, Tibor Varga, Lukas David, das Joachim-Quartett, das Philharmonische Oktett Berlin. Als eine seiner größten Veranstaltungen organisierte der Kulturring in Zusammenarbeit mit der Stadt und beiden Kirchen die Aufführung von Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" mit dem Städtischen Musikverein Gütersloh. Auch Liebhaber von Jazz, Kabarett und Chanson kamen nicht zu kurz, u.a. waren Schobert&Black, Hannes Wader, Klaus Doldinger, Albert Mangelsdorff und Reinhard Mey zu Gast. Sie traten im Haus der Jugend auf, Konzerte fanden in Schulen, Kirchen oder im Vortragssaal des Sennestadthauses statt, für Lesungen oder intime Konzerte war der Alte Beckhof ein stimmungsvoller Rahmen.


Der seit 1963 jährlich stattfindende Gesellschaftsabend mit seinem vielseitigen Programm trug dazu bei, das im Entstehen begriffene Gemeinbewusstsein zu festigen. Bestandteil des Jahresprogrammes waren auch die freundschaftlichen Begegnungen im Rahmen des deutsch-belgisch-wallonischen Kulturaustausches mit Konzerten und interessanten Begleitveranstaltungen in beiden Ländern, die dem gesamteuropäischem Gedanken dienten.


Großer Beliebtheit erfreute sich auch die Fahrtenreihe "Baukunst und Musik" (u.a. Orgeln Ostfrieslands, Tonhalle Düsseldorf, Beethoven-Halle Bonn, Neue Philharmonie Köln), Museumsbesuche namhafter Ausstellungen (z.B. Henri Nannen-Museum Emden) sowie Lesungen rundeten das Angebot ab. Durch gen engagierten Einsatz des Vorstandes wurde für alle Unternehmungen ein kostengünstiger Rahmen gewährt. Auch die persönliche Betreuung wurde von allen Teilnehmern und gastierenden Künstlern als sehr wohltuend empfunden.


Die Eingemeindung Sennestadts 1973 in die Großstadt Bielefeld ergab Veränderungen und wirtschaftliche Umorientierung. Es zeigte sich, dass der Kulturring zunächst als Instanz im neuen Stadtbezirk erwünscht blieb, um weiterhin anspruchsvolle Kulturveranstaltungen anzubieten. Infolge des kulturellen Umbruches und des damit verbundenen Entstehens einer Jugend-Subkultur verweigerte sich die nachfolgende Generation weitgehend diesen Angeboten. Ferner wurden durch die verstärkte Mobilität die kulturellen Angebote in der Innenstadt vermehrt angenommen, und die neu etablierte Kirchenmusik in der Jesus-Christus-Kirche mit ihren hochwertigen Angeboten erwies sich als zusätzlicher Magnet. So wurden im Laufe der Jahre auch die öffentlichen Zuschüsse eingestellt, und private Spendengelder reichten nicht aus, um die steigenden Künstlergagen zu finanzieren.


1996 ging nach fünfunddreißig Jahren die Wahrnehmung der Belange, die der Kulturring bis dahin erfüllt hatte, auf den Kulturkreis des Sennestadtvereins über. Das Restvermögen des Kulturringes soll - laut Beschluss der Mitgliederversammlung vom 27.II.1995 - dem Aufbau des Heimathauses und/oder der kulturellen Arbeit des Sennestadtvereins zugute kommen.
 
Kulturkreis - seit 1997

 

1997 wurde der "Kulturkreis" des Sennestadtvereins gegründet. Nach einem Beschluss der Bezirksvertretung wurde diesem Kulturkreis die Kulturarbeit des Stadtbezirks übertragen. Dazu gehören

  • die Vorbereitung und Durchführung von drei bis vier Kunstausstellungen pro Jahr und
  • die Veranstaltung von drei Matineen - möglichst mit Musikerinnen und Musikern aus der näheren Umgebung oder mit ehemaligen Sennestädtern, die in der Musikwelt zu Ansehen gelangt sind.
  • Auch bei der letzten großen Ausstellung "skulptur aktuell IV" war der Kulturkreis zusammen mit der Hochschule Burg Giebichenstein Veranstalter.

Weitere allgemeine Aufgaben des Sennestadtvereins sind

  • die Ausrichtung des Osterfeuers und
  • des Weihnachtsmarktes sowie
  • die Herausgabe des Veranstaltungskalenders.
  • Nachdem das Sennestadtfest 2004 wieder neu belebt worden ist, wird sich künftig der Sennestadtverein an der Ausrichtung dieses Festes nach Kräften beteiligen