Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Kunstausstellungen 2017

Kulturkreis im Sennestadtverein

Beate Rasche-Schürmann, Vorsitzende des Kulturkreises im Sennestadtverein

Übersicht der Kunstausstellungen 2017

"Das Andere der Vernunft"   Barbara Stellbrink-Kesy    05.02.2017 - 30.04.2017
Fotoausstellung: "Wege" Norbert Meier 28.05.2017 - 08.07.2017
Zeichnungen: "Der Weg zur Linie" Albert Janzen 15.10.2017 - 02.12.2017

"Das Andere der Vernunft"

 

Die Ausstellung umfasst zwei aufeinander bezogene Themenbereiche:

  • Erstens die künstlerische Aufarbeitung eines bisher totgeschwiegenen exemplarischen Einzelschicksals eines „Euthanasie“-Opfers der NS-Zeit. Es ist die aus Detmold stammende Großtante der Künstlerin, über die sie auch ein Buch herausgibt.
  • Zweitens die Welt der Wasserwesen, die z.B. als Undinen seit je ein Symbol der unbewussten Anteile des Menschen darstellen. Diese Sphäre, dargestellt in Wasserlandschaften und traumartigen Collagen mit vielarmigen Nixen, ist der Raum für den künstlerischen Versöhnungsversuch, der vordergründigen Welt der Ausgrenzung und Zerstörung die tieferen Schichten des virtuellen Ausgleichens und Befreiens entgegenzusetzen, sozusagen „Das Andere der Vernunft“.

Dabei kommen die Erfahrungen der Künstlerin in einem europäischen Erasmusprojekt von Frauenzentren in Berlin und Krakau ins Spiel, bei dem sich die Kriegstöchter bzw. -enkelinnen beider Seiten künstlerisch mit den Folge-Traumata gemeinsam auseinandersetzten und dadurch vielleicht Wunden oder Narben heilen konnten.

 

Barbara Stellbrink-Kesy, geboren 1952 in NRW, ist Künstlerin, und Kunsttherapeutin.
Sie studierte Kunstpädagogik, Kunst und Art Psychotherapy (MA) und lebt und arbeitet in Berlin (www.spielraum-fuer-kunst.de), wo sie auch regelmäßig ausstellt.
Der Zyklus aktueller Arbeiten, die nun in Sennestadt gezeigt werden, ist im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Biografie eines Euthanasieopfers entstanden.

"Wege"

Die zweite Ausstellung vom 28. Mai bis 08. Juli nimmt die Sennestadt fotografisch ins Visier. Der bekannte Bielefelder Fotokünstler Norbert Meier wird sich durch intensive Erkundungsgänge und auch Studien im Sennestadtarchiv ganz auf diesen besonderen Stadtteil und sein Planungs-Pendant Espelkamp einlassen.

 

Norbert Meier bezeichnet sich selber als »Fototischler«, weil er nach seiner Modelltischlerlehre noch ein Studium in Film- und Fotodesign mit Diplom abgeschlossen hat. Er ist federführend bei Künstlervereinigungen wie Artists Unlimited, den Offenen Ateliers und im Berufsverband Bildender Künstler in OWL. Ich bin sehr gespannt, wie er seine originellen Ideen zur Verräumlichung von Fotos, die ich bei seiner Bielefelder Ausstellung »Standortbestimmungen« fantastisch fand, in Sennestadt realisieren wird.

Wir Zuschauer werden auch hier sicher zum mehrmaligen Hin- und Hergehen vor den Exponaten gebracht werden, bis wir die vielschichtigen Aussagen erfasst haben.

 

Öffnungszeiten       
28. Mai bis 08. Juli 2017 im Vortragssaal des Sennestadthauses
Mo-Do 09.00-15.30,  Fr 09.00-12.00,  So 11.30-13.30 Uhr

"Der Weg zur Linie"

Die dritte Ausstellung ab dem 15. Oktober bringt einen »Sennestädter Jung« zurück zu uns: Albert Janzen machte 2008 am Ehrenberg-Gymnasium Abitur als Jahrgangsbester. Früh von seinen aus Russland zugezogenen Eltern künstlerisch gefördert, erlangte er bald mit seiner Zeichenkunst lokale Berühmtheit. Sogar die Stadtwerketochter moBiel wurde aufmerksam auf ihn und ließ seine beeindruckenden Portraitzeichnungen aufgedruckt auf Straßenbahnzügen eine Weile durch Bielefeld fahren. Janzen ist ein Multitalent. Er nahm Schauspielstunden bei Aylin Tezel, studierte als Stipendiat des deutschen Volkes dann aber Mathematik und Philosophie in Berlin, London und Amsterdam und machte weiterhin Ausstellungen. Derzeit promoviert er in Logik an der Humboldt-Universität Berlin. 2015 gewann er den international ausgeschriebenen »Luxemburg Art Prize«, der mit einer Einzelausstellung in der eleganten Galerie Hervé Lancelin im besten Stadtteil von Luxemburg verbunden war.
Bei der Vernissage war auch sein früherer Kunstlehrer der HES, Herr Maas, anwesend, mit dem ich eine Zusammenarbeit in Bezug auf die Oberstufenkurse vereinbarte. Auch der Musikkollege Herr Kegel sagte seine Unterstützung bezüglich der musikalischen Umrahmung durch seine Schüler zu. Über diese Kooperationen freue ich mich sehr! Ich hoffe, sie auch auf die Musik- und Kunstschule Bielefeld ausweiten zu können, wo ihn besonders Doris Borgsen als Lehrerin gefördert hat.

Albert Janzen bekannte in einem Berliner Ausstellungstitel: »I hate colours!« Auch in Luxemburg stellte er ausschließlich Schwarzweiß-Zeichnungen aus, diesmal unter der Überschrift »Focus on lines«. Für die Sennestädter Ausstellung will er aber nicht nur die neueren abstrakten Linienkompositionen zeigen, sondern ausgehend vom Gegenständlichen seinen »Weg zur Linie«, so lautet deshalb auch sein Titel.