Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreis - Natur und Wandern

Bereich "Radwandern"

Ein gemeinsames Leben für Erdbeeren und Spargel

Die Radgruppe wird auf dem Spargelhof begrüßt

An der Spargelsortiermaschine

Am 4. Juni haben sich bei sonnig-warmem Wetter zwölf Radwanderer unter der Leitung von Sascha Sackewitz mit ihrem Drahtesel auf einen 30 km langen Rundweg zum Hof Große Wächter in Verl-Sende gemacht, um einen Eindruck vom komplexen Anbau sowie der aufwendigen Ernte von Spargel, Erd- und Himbeeren zu bekommen. Auf dem Hinweg über den holprigen Huckepackweg nach Lipperreihe ging es vorbei am Oerlinghausener Segelflugplatz in Richtung Bokelfenner Krug und Stukenbrock, weiter vorbei an den Kipshagener Teichen und dem Holter Schloß, am Ölbach entlang durch den Holter Wald über den Mühlgrund und die Lehmkuhlstraße, bis wir schließlich den Hof Große Wächter in Sende erreichten, der erstmals im Jahre 1554 urkundlich erwähnt wurde und bei dem ursprünglich die Viehhaltung im Mittelpunkt stand.

 

Barbara, Willi & Hofhund

Hier begrüßten uns sehr freundlich die Hofbesitzer Barbara und Willi Große Wächter samt Hofhund Werner persönlich und boten uns einen ausführlichen und beeindruckenden Rundgang durch den Hofbetrieb, den sie seit etwa 30 Jahren gemeinsam führen. 1990 kam der Spargel-, 1998 der Erdbeer- und 2004 der Himbeer- Anbau dazu sowie die Direktvermarktung in einem eigenen Hoflädchen.

 

Spargel wächst auf Sand

Den Schwerpunkt unserer Führung bildete der Spargel- Anbau auf etwa 10 Hektar. Die hier vorzufindenden sandigen Bodenverhältnisse bieten dafür beste Voraussetzungen. Die Erdwälle werden zur Regulierung der Temperatur und des damit verbundenen Wachstums mit Schwarz-Weiß-Folie abgedeckt. Sie können erst im dritten Anbaujahr abgeerntet werden, was mit Hilfe einer batteriebetriebenen «Spargel- Spinne« geschieht, die das Auf- und Abdecken der Folie und den Transport der Erntekisten übernimmt. Hierzu demonstrierte uns Willi Große Wächter auch das klassische Spargelstechen mit Spargelmesser und Glättekelle.

Da sich in der näheren Umgebung auch Erdbeerfelder befanden, ließ sich so mancher dazu verleiten, ein paar Kostproben zu nehmen – was ausdrücklich gewünscht war.

 

High-Tech-Sortierung

Nach der Ernte durchläuft der Spargel eine Grobwäsche, bevor er zur Abkühlung in den Schockkühlschrank mit Eisspeicher und Wasserberieselung gebracht wird, wobei der Spargel selbst kein Wasser aufnimmt. Anschließend wird der Spargel in einer imposanten Maschine fast vollautomatisch nach Durchmesser, Krümmungsgrad und Verfärbung sortiert, wozu jede einzelne Spargelstange mit Hilfe einer bildverarbeitenden Kamera in Sekundenbruchteilen sechsmal fotografiert wird. Entsprechend der Auswertung dieser Bilder werden die Spargelstangen sodann über einen Kippmechanismus in mehrere getrennte Ablagen geführt. Diese und auch die Spargel-Schälmaschine wurden uns vom Ehepaar Große Wächter und hilfsbereiten Mitarbeitern anschaulich vorgeführt. Unerwähnt soll auch nicht bleiben, dass in letzter Zeit zusätzliche und modernisierte Wohnbereiche für die Saisonarbeitskräfte auf dem eigenen Hof geschaffen worden sind, um deren Lebensbedingungen zu verbessern.

 

Gestärkt weiterfahren

Das große Hoffest 2015 war ein voller Erfolg und soll wiederholt werden. Da die ca. zweistündige Führung bei uns einen gewissen Appetit hervorgerufen hatte, machten wir uns in gemütlicher Runde in einer zünftigen Holzhütte über ein sehr schmackhaftes Eisdessert mit frischen Erdbeeren her, das Barbara Große Wächter einzeln zubereitete. Manch einer nutzte auch die Gelegenheit, den schmucken Hofladen mit seinen vielfältigen Produkten aus der Region zu durchstöbern. Gestärkt ging es dann über die Brissestraße und »Fichtenteich « durch Eckardtsheim heimwärts nach Sennestadt. Wir waren uns einig: Dies wird bestimmt nicht der letzte Besuch auf dem Hof Große Wächter gewesen sein!

 

Sascha Sackewitz

Fahrradtour zum Steinhorster Becken

Der Arbeitskreis Natur und Wandern/Radeln des Sennestadtvereins lud ein zu einer naturkundlichen Radwanderung zum Naturschutzgebiet Steinhorster Becken. Die Leitung hatte Thomas Kiper.
Der Hinweg führte über Lehmkuhlstraße, NSG Grasmeerwiesen und Kaunitz, bis nach 22 km das Steinhorster Becken erreicht wurde, eine Hochwasserschutzeinrichtung, die sich zu einem bedeutenden Wasservogelzentrum entwickelt hat.

Vom Aussichtsturm konnte die Gruppe Enten, Gänse, Kiebitze und andere Wasservögel beobachten. Auch brütet zurzeit dort ein Storchenpaar. Nach einer Einkehrpause im Bauerncafe Brinkmeier führt der Rückweg auf dem sogenannten Nachtigallenpfad entlang des eingedeichten Furlbachs und weiter über Liemke und den Holter Wald. Die Gesamtstrecke betrug 48 km.

Fotos: Paul Busch (10), Wolfgang Nürck (2)