| Bericht über eine Tagesfahrt: Besuch in der Rattenfängerstadt Hameln |
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www.hameln.de |
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Kein Wunder, dass es im 13. Jahrhundert so viele Ratten in der
Mühlenstadt Hameln gab. Wo Korn gemahlen wurde, konnten Ratten sich gut ernähren. Sie leben im Sozialverband
mit bis zu 200 Verwandten, sind intelligent und haben einen Vorkoster für das Fressen. Unglaublich,
ein Rattenpärchen kann in einem Jahr theoretisch 1000 Nachkommen haben. |
| Wir schipperten gemütlich unter der lachenden Sonne mit dem Dampfer Weser aufwärts und zurück fast bis zum „Hamelner-Loch“. Zu Fuß, immer den
Rattenspuren folgend, kamen wir zum
Pulverturm. Napoleon ließ die Festung, die Stadtmauer und 20 Türme darin schleifen. Warum er zwei vergessen hatte, konnte uns nach 200 Jahren niemand sagen. Heute ist im Pulverturm eine
Glasbläserei zum Zuschauen untergebracht. Mit Geschick und Redekunst wurde uns das Handwerk beigebracht, oder doch nur nahe gebracht? Es sah so leicht aus. Ich hätte es gerne versucht, nur eine kleine Glasvase; aber das Mittagessen gleich um die Ecke wäre kalt geworden. |
| Und danach wartete die Stadtführerin am Ostertor. Das Rattenfängerhaus besitzt eine herrliche Fassade im Stil der
Weserrenaissance. Hier soll der Rattenfänger gewohnt haben und deswegen darf in der Bungelosstr. keine Musik gespielt werden. Es wird damit der
130 Kinder gedacht, die am 26. Juni 1284 verschwanden. Die Eltern, ja, die waren in der Kirche. Der 26. Juni war damals ein hoher Festtag, Sankt Peter und Paul. |
| Wilhelm Busch hatte Verwandte in Hameln. Wenn er diese besuchte, ging er auf den Markt und zeichnete Karikaturen von den Vorübergehenden. Die Hamelner waren davon nicht erbaut. Vielleicht erkannte sich jemand wieder als Witwe Bolte oder Lehrer Lemke. |
Ein liebenswertes Städtchen dieses Hameln und folgt man brav den Rattenspuren, so kann sich niemand verirren. Wir haben jedenfalls alle zurückgebracht.
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| Ihr Ekkehard Strauß |