Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreis Natur und Wandern

2. Feierabendwanderung am 8. August 2013: Exkursion des AK Natur und Wandern

Die Kleinlebewesen in den Behältern werden gleich mit Becherlupen untersucht und anhand von Farbtafeln identifiziert

Wanderer untersuchen Bullerbach

Meistens waren sie kleiner als 1 Zentimeter, die Lebewesen aus dem Bullerbach, die Erika Petring für ihre Wandergruppe am 8. August aus dem Bullerbach käscherte. 19 Wanderer begaben sich zur Bullerbachquelle und zu weiteren drei Probenahmestellen und informierten sich über die Kleinlebewesen im Bullerbach.
Erika Petring berichtete vom Zustand des Bullerbachs vor der Renaturierung im Jahr 2000.
Jeweils fünf große Gefäße wurden einige Zentimeter hoch mit Bachwasser gefüllt. Dann ging es auf Entdeckungstour, wobei auch die Becherlupen zum Einsatz kamen.
 
Bild links: Mit Gummistiefeln steht Erika Petring im Bullerbach und schöpft Bullerbachwasser
Wir entdeckten

  • Bachflohkrebse, die als Männchen-Weibchen-Paar wild im Wasser herumwuseln
  • Strudelwürmer (Alpenplanarien), die sehr selten sind
  • Sandköcherfliegenlarven: Aus ihrem selbstgebauten, knapp 1 cm langen
    Köcher schiebt sich ihr schwarzer Kopf hervor
  • Hakenkäferlarven
  • Steinfliegenlarven
  • Eintagsfliegenlarven.

Wie Erika Petring anhand von farbigen Schautafeln zeigen konnte, sind mehrere dieser Arten Zeiger für sauberes Wasser, Güteklasse 1. Insgesamt sei die Wassergüte des Bullerbachs an der Quelle und im Verlauf bis zum Parkteich mit 1 bis 2 als erfreulich gut einzustufen.
Die Quelle ist (fast) nicht mit Chloridionen belastet, konnte Erika Petring berichten. Sie hat in den Jahren von 1998 bis 2004 den Bullerbach für ihre Diplomarbeit als Biologin untersucht und in der Zeit regelmäßig die Zusammensetzung der Kleinlebewesenüberprüft.
Unter den Teilnehmern der Exkursion war auch Marianne Ganslandt, die lebhaft berichtete, wie die Quelle und das Schluchttal des Bullerbachs vor 40 Jahren aussahen: Damals arbeitete sie in einer Naturschutzgruppe der
Hans-Ehrenberg-Schule für die Verbesserung des Bullerbachs. An einer Stelle konnte sie Reste von Bohlen zeigen, die ihre Gruppe 1975 oder 1976 zur Reduzierung der Fließgeschwindigkeit eingebracht hatten. Damals schossen oft große Wassermengen aus dem inzwischen entfernten Rohr ins Quelltal, vertieften dies immer weiter und erhöhten die Fließgeschwindigkeit ­ mit allen negativen Folgen für das Leben im Bach. Tags drauf stellte Marianne Ganslandt dem Sennestadtverein auch Fotos des Bullerbachs und seiner Quelle vom Frühjahr 1976 zur Verfügung.
Nach zweieinhalb Stunden intensiver Beobachtung der ganz Kleinen verabschiedeten sich die Teilnehmer dankbar bei Erika Petring und gingen mit ganz neuen Bildern im Kopf nach Hause.