Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreis Natur und Wandern

Feierabendwanderung 22.08.2013: Eveseller Bruch

Am 22. August 2013 führte Thomas Kiper die Mitglieder des Arbeitskreises Natur und Wandern/Radeln und zahlreiche Nichtmitglieder in das “Evessel" (andere Namen: Ebsloher Bruch, Esselhofer Bruch).

Bei dieser Exkursion im einstigen ausgedehnten Wald der Rietberger Grafen im Süden ihrer Grafschaft konnte eine große Anzahl von Kleinlandschaften und besonderen Biotopen entdeckt werden.

 

Start war an der Brücke über den Sprungbach, einem typischen Sennebach. Dann ging es über drei niedrige Dünenwälle.

 

Bild: Thomas Kiper erläutert anhand einer Karte die Lage des Evessel in der Biotopverbundachse Sennestadt

  • Plötzlich tauchte der leicht gewölbte Acker des Hofes Rolf mitten im Wald auf, das Osterfeld. Die leichte Wölbung weist darauf hin, dass der Acker auf einem Moränenhügel angelegt wurde.
  • Dann ging es durch das Naturschutzgebiet Ebsloher Bruch, einem (zumindest ehemals) sehr feuchten Wald. Hier konnten viele unterschiedliche Baumarten bemerkt werden, darunter Moorbirken und Erlen, Eichen, Kiefern. Pfeifengras, sehr viel Adlerfarn, Minze, Nelkenwurz und anderes besiedeln die Krautschicht. Ein zur Zeit trockener Entwässerungsgraben fiel auf.
  • An der Grenze zu einer Wiese steht eine Kopfweidenreihe.
  • Beim Einbiegen in die Aue des Strothbachs gab es großes Erstaunen wegen des weiten Blicks. Im Randbereich zwischen Wiese und Wald wuchsen viele verschiedene Arten, darunter die gerade blühende Besenheide, bereits verblühte Glockenheide (in Sennestadt eine Seltenheit!), Preiselbeere.
  • In der Nähe einer prächtigen, sehr großen Eberesche war der Strothbach (ohne Brücke!) zu überqueren.
  • Entlang seines Rands bemerkten wir eine schmale Zone mit sehr großen, alten Eichen und Buchen.
  • Hinter der Eisenbahnlinie ging es dann in das Naturschutzgebiet Strothbachwald, ein Hallenwald mit alten Buchen und Eichen und dichten Ilexgebüschen. Wir betrachteten die vielen Spechthöhlen. Wolfgang Strototte erläuterte uns den Höhlenbau des Schwarzspechts. In diesem Wald hat diese Vogelart über viele Generationen hin bereits um die 70 Höhlen gezimmert, die von vielen anderen Arten nachgenutzt werden, Hohltaube, Dohlen, Fledermäuse und vielen anderen. Das hier lebende Schwarzspechtpaar machte sich auch durch seinen ausdauernden “Kniäh"-Ruf allen deutlich bemerkbar.
  • Auf der Gildemeisterstraße ging es vorbei an der Spedition Wahl & Co. Zum Wald am so genannten Hülsenstrothbach, der kein Wasser führte. In diesem Wald waren ähnlich imposante Eichen und Buchen zu bewundern wie im Naturschutzgebiet Strothbachwald, allerdings weniger Höhlenbäume.
  • Halt am Hof Rolf, der vor etwa 500 Jahren gegründet worden war.
  • Zwischen Bahnschienen und Maisfeld ging es auf dem kleinen Patt wieder zum Sprungbach zurück. Am Wegrand waren große Mengen des gelb blühenden Rainfarns zu bewundern.
Im Strothbachwald
  • Zurück auf der Brücke und unterwegs im Evessel warb Wanderführer Thomas Kiper dafür, dass sich der Sennestadtverein dafür stark machen sollte, alle verbliebenen Teile des Evessel unter Naturschutz zu stellen. Er erinnerte daran, dass schon vor der Ansiedlung von Wahl & Co. Ende der 1980er-Jahre Naturschützer, Anwohner und Heimatfreunde heftig dagegen protestiert hatten, das Gelände an eine Spedition zu verkaufen. Rolf Hartmann wies darauf hin, dass der Spedition damals von der Stadt Bielefeld versprochen worden sei, dass sie sich am neuen Standort später auch ausdehnen könne. Damit ist genau das Dilemma entstanden, vor dem unser früherer Ortsheimatpfleger Ernst Neumann und Naturschützer damals gewarnt hatten, meinte Thomas Kiper.
  • Der Arbeitskreis Natur und Wandern/Radeln wird sich mit dem Thema “Schutz des Evessel" weiter beschäftigen.