Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreis "Natur und Wandern"

Dünenwanderung durch die Sennestadt

Übersicht
  • Das "Hand-Out" zur Wanderung als Download
  • Bilder
  • Bericht
  • Geologische Karte
  • Zeitungsbericht(e)
"Hand-Out" von Thomas Kiper zur Wanderung
Duenenwanderung.pdf
PDF-Dokument [1.4 MB]
Start der Dünenwanderung am Sennestadthaus mit über 60 Teilnehmern
Erläuterungen auf einer Düne über eine Düne
So etwa ist der Anströmwinkel der "Kunigunde"-Düne
Aufstieg zu einem Dünenkamm
Auf der "Restdüne" Am Stadion
Thomas erläutert plastisch die Geschichte der Dünen
Aufstieg zur ehemals größten Düne Sennestadts

Dünen gibt es nicht nur an der Küste, sondern überall dort, wo Sand und Wind aufeinander treffen, so auch in der Senne direkt vor unserer Haustür. Die Dünen der Senne gehören zuden markantesten und bemerkenswertesten Landschaftsformen. Zudem kommt ihnen eine hohe ökologische Bedeutung zu, da es sich um seltene, nährstoffarme Standorte mit eigenem Mikroklima handelt, die von hoch spezialisierten Lebensgemeinschaften besiedelt werden.

 

Binnendünenvorkommen in der Senne

Binnendünen bzw. ihre Reste finden wir in der Senne an vielen Stellen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt im südlichen Teil der Senne. Nordwestlich dieser etwa 10 km breiten Dünenkernzone erstreckt sich ein schmaler, mit Dünen durchzogener Korridor parallel zum Teutoburger Wald von Brackwede bis Augustdorf.

Gestalt der Sennedünen

Kennzeichnend für die Gestalt der Sennedünen sind nach Südwesten geöffnete Parabelformen. Parabeldünen bestehen aus zwei seitlichen Flügeln und einem Kopfteil, der den beiden Seitenflügeln in Hauptwindrichtung „vorauseilt“. Bei den Sennedünen sind diese Flügel häufig sehr lang gestreckt und orientieren sich parallel zu den Sennebächen. Die dominierenden Westwinde ließen im Lauf der Zeit flache Dünenanstiege in windexponierter Lage entstehen. Gleichzeitig brachten sie auf der gegenüberliegenden Seite bis zu 40° steile Hangböschungen hervor. Ihre steile Ausrichtung erklärt sich durch das stetige Ablagern und Nachrutschen der heran gewehten Sande im windberuhigten Dünenbereich. Verschiedene natürliche Prozesse wie Wind, Niederschlag und Talbildung sowie menschliche Einflüsse wie Plaggenwirtschaft, Einebnung und Abbau haben schon früh zur Umformung, Auflösung und Zergliederung der Dünenbögen in der Senne beigetragen.

Die „Zähmung“ der Sennedünen

Die Sandverwehungs- und Dünenentstehungsprozesse wurden erst durch die Markenteilung und die Anlage systematischer Kiefernaufforstungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts aufgehalten. Auch die Entwicklung des Kunstdüngers spielte eine entscheidende Rolle. Die großen Sand- und Heideflächen wurden im Zuge dieser Veränderungen entweder in Ackerland, Grünland oder Kiefernforsten umgewandelt. Das waldarme Landschaftsbild mit den typischen offenen Dünenstrukturen änderte sich grundlegend. Durch die geänderten Landnutzungsansprüche, Nivellierungen, Siedlungserweiterungen sowie durch den industriellen Sandabbau verschwanden viele Dünenstandorte in der Folgezeit. Die 1920 von Hoerle erfassten fünf großen Dünenzüge der Senne – darunter der Krackser Dünenbogen– sind daher heute nur noch in Fragmenten zu erkennen. So wurde von der großen Düne im späteren nördlichen Sennestadt, die einen wesentlichen Abschnitt des Krackser Dünenbogens ausmachte, für den Bau der Autobahn (heutige BAB2) ein großer Abschnitt zur Sandgewinnung abgebaut. Eine wichtige Aufgabe ist heute der Erhalt der verbliebenen Dünenstandorte – als landschaftsundkulturgeschichtliche „Zeitzeugen“ und als charakteristische und wichtige Sonderbiotope der Kulturlandschaft Senne.

Dünen in der Sennestadt

Dort ist ein Knick im Dünengürtel und er verläuft weiter nach Süden. Diese Dünen kennen alle Wanderer gut, zum Beispiel am Wanderweg A10. Auffällig sind weiterhin die typischen, bachbegleitenden Dünenbereiche östlich des Bullerbachs, zum Beispiel gegenüber der Jesus-Christus-Kirche, südlich der Stadtbibliothek (über diese Düne wurde der Ramsbrockring gelegt), ausgeprägt in der Südstadt beim Schulzentrum und auf der anderen Seite des Bachs etwas westlich von Feuerwehr bis hin zum Illerweg. In der Südstadt treffen wir dauernd auf Dünen. Besonders groß ist die am Hirschweg. Sie ist gekrönt von der Kunigundekirche. Eine langgestreckte Düne finden wir zwischen Keiler- und Marderweg. Und dann gibt es noch die auffällige kleine Düne östlich des Keilerwegs.

Quellen

  • Alexander Quante: Von Dünen und Menschen. Dünen in der Senne früher und heute. In: Senneund Teutoburger Wald. Herausgegeben vom Naturschutzzentrum Senne. (Im Buchhandel)
  • Bielefeld. Geologische Karte. Beim Umweltamt als CD erhältlich. Oder im Internet mit Suchbegriff „Bielefeld geologische Karte“.
  • Sennestadt. Geschichte einer Landschaft. (Im Buchhandel)

Unsere Wanderung am 15. Februar 2014

Wir starten vom Sennestadthaus nach Süden auf der Brücke des Ramsbrockrings über die Paderborner Straße. Beim Bau der Brücke wurde die natürliche Höhe einer Düne genutzt (mündliche Mitteilung von Ulf Eltze). Auf dem Weg im Bullerbachtal gelangen wir zum Dünengelände beim Schulgelände Süd links und gehen dann auf einem Fußweg weiter zu der Düne, auf der die Kunigundekirche steht. Wir betrachten ihre Form genau und können die Hauptwindrichtung erkennen, die zur Zeit der Aufwehung geherrscht haben muss. Wenig weiter östlich erreichen wir die langgestreckte Düne am Marderweg und gehen dann weiter auf die kleine Düne zwischen Keilerweg und Sprungbachstraße. Weiter am Wasserwerk 01 vorbei, biegen wir auf den Wanderweg A10 ein und überqueren ein ausgedehntes Dünengebiet mit mehreren Dünenkämmen und -tälern.Nach einem Abstecher zu einigen alten Hofeichen (Naturdenkmale) steuern wir die imposanten Dünenreste des großen Krackser Dünenbogens bei der Brüder-Grimm-Schule an. Wir können erkennen, dass hier der Sand der Düne abgebaut worden ist. Von der höchsten Stelle haben wir einen guten Blick auf die Südkette des Teutoburger Waldes und stellen uns die Frage: Was verbindet dieses Gebirge wohl mit der Düne? Auf einem kleinen Pfad wandeln wir am Rand der Düne und zweigen dann nach Norden ab, um eine versteckte Minidüne zwischen zwei Häuserblockreihen aufzuspüren. Beim Frieda-Nadig-Haus gehen wir hinunter (in die ehemalige Sandabgrabung, die jetzt Ost-West-Grünzug ist), vorbei an Sportstätten und hinein ins Bullerbachtal. Links des Weges können wir auf dem letzten Stück unserer Wanderung nun eine typische Strichdüne betrachten, wie sie fast alle Sennebäche begleiten. Nach 8 Kilometer Wanderstrecke kommen wir zum Sennestadthaus zurück.

 

Thomas Kiper

Dünen (gelb) in Sennestadt. Der Krackser Dünenbogen durchzieht den gesamten Sennestädter Norden und knickt im Osten der Stadt nach Südosten.
Diesen Auszug aus der Geologischen Karte Bielefeld hat das Umweltamt (Herr Marek) für die „Dünenwanderung“ am 15. Februar 2014 zur Verfügung gestellt.

NW vom 18.02.2014