Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Sennestadt - unser Stadtteil

Leserbriefe an bielefeld@nw.de

 

Thema: Stadtteilcheck Sennestadt

 

Der Leser Wolf Berger sieht Sennestadt bei unserem Stadtteilcheck zu schlecht bewertet und hält ein flammendes Plädoyer für seinen Stadtteil:

 

"Unsicher im Grünen"/Kulturell unterdurchschnittlich? Ich musste zweimal lesen! Kultur: Note 3,2 (gleich unterdurchschnittlich), noch schlechter als die Sicherheit (Note 3,1). Zuerst mal die Fakten:

 

- Zum einen die wohl richtig ermittelten Werte der Befragung.

- Zum anderen die Realität von 2016:

  • Das Neujahrskonzert der Bielefelder Philharmoniker,
  • die Generalproben der Jungen Sinfoniker,
  • die Orgelkonzerte der Evangelischen Kantorei (...),
  • die Konzerte der Katholischen Kirchengemeinde St. Thomas Morus,
  • des Sennestädter Konzertabends,
  • die drei Konzerte des Sennestadtvereins,
  • des Singkreises Sennestadt und der Eckhardtskirche,
  • der Musiksommer des Fördervereins Kreuzkirche,
  • des Blechbläserensembles Zions,
  • des Gospelchores,
  • die Veranstaltungen "Krach im Keller" mit Jugendbands,
  • die Kunstausstellungen des Sennestadtvereins und der Eckhardtskirche,
  • das Sennestadtfest und
  • der Sennestädter Herbst der Werbegemeinschaft,
  • die Weihnachtsmärkte in Sennestadt und in Eckhardtsheim,
  • das Dalbker Schützen- und Heimatfest,
  • die Osterfeuer in Sennestadt und Eckhardtsheim,
  • die Kabarettveranstaltung des Sennestadtvereins im Luna,
  • der Spaziergang auf dem Skulpturenpfad,
  • die kulturellen Tages- und Mehrtagesfahrten des Sennstadtvereins
  • und so weiter.

Wahrscheinlich habe ich die eine oder andere Veranstaltung vergessen, wie etwa die Parkklänge. Die Veranstalter mögen es mir nachsehen!

Nach des Fakten nun postfaktisch, das heißt meine Gefühle: Wer gibt eine solche Bewertung ab? Sicherlich haben die Bürger in den Ortsteilen Sennestadt, Dalbke und Eckhardtsheim verschieden gewertet, doch es bleibt eben die Gesamtnote 3,2.

Lesen die Teilnehmer der Bewertung nicht die NW (...), die jahrzehntelang die Kultur in Sennestadt in aller Regel positiv begleitet und an den Veranstaltungen teilgenommen hat?

  • Was soll Sennestadt mit rund 21.500 Einwohnern bei überall knappem Geld und zu wenig ehrenamtlichen Personal eigentlich noch alles leisten?
  • Wir haben keine Kunsthalle, keine Oetkerhalle, keine Stadthalle, keinen Ringlokschuppen, keine Seidenstickerhalle, wo internationale Größen (...) auftreten. Wir brauchen sie auch nicht.
  • Jahrzehntelang haben Horst Thermann und ich in Sennestadt kulturell gelebt und gearbeitet.
  • Die internationale Kunstausstellung vor Ort in 2014 oder
  • die Aufführung Odysseus auf dem Marktplatz mit dem Theaterlabor waren - mit Förderung - kulturelle Höhepunkte.
  • Der Kulturentwicklungsplan der Stadt Bielefeld erwähnt die kulturellen Aktivitäten in Sennestadt ausdrücklich.
  • Im besonderen kulturellen Stadtteilentwicklungsplan für Sennestadt wird der Sennestadtverein besonders gelobt, Anregungen werden nach Diskussionen in der Kulturwerkstatt für die Zukunft gegeben und im Kulturkreis erörtert.
  • Dafür hat Sennestadt den kulturellen Ritterschlag erhalten als Modellprojekt für kulturelle Stadtteilentwicklung als Vorbild für alle Stadtteile.

Meldet sich niemand zu Wort, wenn es in der Überschrift der von mir hoch geschätzten Redakteurin heißt: "Kritik an fehlenden Kulturangeboten"? Statistikwerte sind nicht die Realität.

Was aber bleibt, ist das angeblich negative kulturelle Imagebild von Sennestadt.

Für mich aber bleibt: Sennestadt ist nicht nur ein wunderbarer grüner sondern auch kultureller Stadtteil mit durchweg freundlichen Menschen!

 

Wolf Berger

33689 Bielefeld

Ein Auszug aus "Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek" zur Geschichte Sennestadts:

www.bielefeld.de/de/biju/stadtar/rc/rar/01072015.html

Die Sennestadt – Ein Denkmal aus den 50igern

Nach dem 2. Weltkrieg fanden 20.000 Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands eine neue Heimat in Sennestadt. Gebaut nach den modernsten Erkenntnissen der damaligen Zeit.

Seit 2010 ist Sennestadt ein Denkmal (Beitrag vom WDR - mit Audio-Datei)

Die Sennestadt ist von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger 2010 als »historischer Stadtkern mit besonderer Denkmalbedeutung« eingestuft worden.

Weitere Einzelheiten bei  wikipedia.org/wiki/Sennestadt

Interessanter Zeitungsartikel aus der "Süddeutschen":

Bielefeld - Wo Deutschland sich selbst ins Gesicht blickt

"Bielefeld gilt als Musterstadt der langweiligen Provinz. Doch wer hier einmal Fuß gefasst hat, weiß, warum die Stadt zu Unrecht unterschätzt wird - und will ein Leben lang nicht mehr weg."

"Das Image wandelt sich"
 

Viel Lob und Begeisterung für Sennestadt gab es bei der Veranstaltung des "Bündnisses für Baukultur".
"Die organische Stadtlandschaft ist das Besondere, und diese Struktur sollten wir uns auch beibehalten".
Alle Beteiligten unterstreichen den Modellcharakter der Sennestadt, die die Besonderheit ihrer Nachkriegsarchitektur in allen Stadtumbau-Prozessen zu erhalten strebt.

Die einst als eigenes System gebaute Sennestadt hat es mit ihrem Ansehen als Stadtbezirk am Rand von Bielefeld nicht immer leicht. Aber: "Das Image wandelt sich. Sennestadt ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Bielefeld und verdient bleibende Aufmerksamkeit."

 

Der vollständige Wortlaut im Artikel der NW vom 26. Januar 2015

Der Sennestadtverein hat sich ganz dem Stadtbezirk "Sennestadt" verschrieben. 2 Slogans sollen verdeutlichen, wie die fehlende Historie im Baubestand kompensiert werden kann:

  • Netzwerk statt Fachwerk
  • Waldstadt statt Altstadt

Die bevorzugte Lage am Teutoburger Wald soll außerdem durch "Willkommen im grünen Bereich" verdeutlicht werden.

In 2013 ist bereits viel passiert in der Sennestadt; in 2014 geht es weiter! Sennestadt ist in Bewegung! An vielen Stellen wird gearbeitet, aber auch hinter den Kulissen geschieht viel.
Newsletter Stadtumbau Sennestadt 01-2014[...]
PDF-Dokument [1.2 MB]

Neue Westfälische vom 26. Januar 2015

Neue Westfälische vom 26. August 2015

Stadt Bielefeld - Statistische Bezirke - Ausschnitt

Die nordrhein-westfälische Gemeindeordnung verpflichtet die kreisfreien Städte, ihr gesamtes Stadtgebiet in Stadtbezirke einzuteilen. Dabei soll auf die jeweilige Siedlungsstruktur, die Bevölkerungsverteilung und die Ziele der Stadtentwicklung Rücksicht genommen werden.

 

Die einzelnen Stadtbezirke sollen eine engere örtliche Gemeinschaft umfassen und nach der Fläche und nach der Einwohnerzahl so abgegrenzt werden, dass sie gleichermaßen bei der Erfüllung gemeindlicher Aufgaben beteiligt werden können.

 

Heute ist das Stadtgebiet in zehn Stadtbezirke eingeteilt. Einer davon ist Sennestadt.

Kulturentwicklungsplan für Bielefeld

 

Der folgende Link verweist auf ein pdf-Dokument, das sich auf der Website der Stadt Bielefeld befindet.

Besonders interessant ist die Seite 32 dieses Dokumentes:

 

3.2 Teilprojekt Kulturelle Stadtentwicklung

Im Rahmen des gesamtstädtischen Projektes Weiterentwicklung der Kulturstadt Bielefeld ist
der Stadtbezirk Sennestadt als Initiativprojekt für das Teilprojekt Kulturelle Stadtentwicklung
ausgewählt worden.
Hintergrund war, dass viele Themen schon im Diskussionsprozess um das integrierte Stadtumbauprojekt
Sennestadt eine wichtige Rolle gespielt haben, aber noch nicht zu einem endgültigen Ergebnis und zu dauerhaften Lösungen geführt hatten.


3.2.1 Grundsatzfragen


Die folgenden Fragen haben die Diskussion im Teilprojekt geprägt und zu den Ergebnissen
hingeleitet.

  • Wie ist das Zusammenspiel von Stadtentwicklung und Kultur?
  • Welche Stadträume werden als Kulturräume wahrgenommen?
  • Welche Elemente der Stadtentwicklung fördern kulturelle Entwicklungen?
  • Was leistet Kultur für die Entwicklung der Stadtteile?
  • Welche kulturellen Angebote können zur Entwicklung beitragen?
  • Wie kann die Entwicklung solcher Angebote gefördert werden?

Ziel war es, innovative Strukturen und Projekte zu entwickeln und zu realisieren, die über
den konkreten Stadtteil hinaus exemplarische Bedeutung für Kernthemen von Stadtentwicklung
und lokaler Kulturpolitik haben.
Nach den bisherigen Diskussionen und Vorarbeiten zeigt sich, dass Sennestadt in herausragender
Weise geeignet ist, eine solche Rolle als Initiativprojekt für kulturelle Stadtentwicklung
in Bielefeld und damit auch als Modellprojekt für andere Stadtteile zu übernehmen. Der
Stadtbezirk ist als „Stadt in der Landschaft“ in den 1950er Jahren geplant und gebaut worden
und entwickelte sich schnell zu einer urbanen Gartenstadt mit einem reichen kulturellen Leben.
Zehn Jahre nach dem Verlust der Selbstständigkeit durch die Eingemeindung in die
Stadt Bielefeld gründeten Sennestädter Einwohnerinnen und Einwohner den Sennestadtverein.
Dieser entwickelte sich gut und war u. a. Initiator anspruchsvoller Ausstellungen. Bei
diesen stachen die Skulpturenpräsentationen im öffentlichen Raum heraus und wurden überregional
beachtet.

Sonderbriefmarke zum XXIII. Städtebaukongress 1956 in Wien


Kaum ein Anlass ist so sehr geeignet, die Besonderheit des städtebaulichen Reichow-Konzeptes von Sennestadt hervorzuheben wie die Erörterung auf dem Internationalen Städtebaukongress 1956 in Wien. Es wurden damals die im Nachkriegs-Europa interessantesten Stadtbau-Modelle vorgestellt.
Im Wiener Rathaus wurde unter großer internationaler Beteiligung der 23. Internationale Städtekongress für Wohnungswesen und Städtebau am 23.7.1956 feierlich eröffnet.

Aus diesem Anlass erschien im selben Jahr in Österreich eine Briefmarke.

Tut sich was in Sennestadt?

Sennestadt scheint den Schwung des Anfangs gänzlich verloren zu haben


Mitbürger aus der Gründerzeit blicken wehmütig zurück auf die Aufbruchsstimmung der 60er Jahre, auf das überall spürbare „Wir-Gefühl“, auf das blühende Leben in der jüngsten Stadt Deutschlands mit der jüngsten Bevölkerung. Das Ende der Entwicklung kam nach übereinstimmender Meinung der „Alten“ mit dem Verlust der Selbständigkeit und der Eingemeindung nach Bielefeld.
Unbestritten ist, dass die Stadt Bielefeld Jahrzehnte lang Sennestadt als saturiert betrachtet hat und deswegen keine neuen Baugebiete ausgewiesen hat oder Infrastrukturmaßnahmen größeren Umfangs (ÖPNV, Industrieansiedlung) ergriffen hat. Doch stellen wir uns einmal vor, Sennestadt wäre als selbständige Stadt ausschließlich auf seine eigene Wirtschaftskraft angewiesen gewesen, hätte z. B. alle Sozialausgaben, alle Ausgaben für die Schulen, die Straßen und die sonstigen kommunalen Aufgaben aus eigenen Einnahmen bestreiten müssen, dann wären wir heute sicher pleite.
 

Wir müssen das Bild „Ohne die Eingemeindung gäbe es eine blühende selbständige Sennestadt“ endgültig begraben.


Verstellt wird der Blick der Gründergeneration auf die heutige Sennestadt auch durch die Verknüpfung des eigenen Lebenslaufs mit der Entwicklung des Wohnumfeldes. Als junge Leute in der Phase der Berufs- und Familiengründung haben sie ganz nebenbei im öffentlichen Bereich vieles mitgestaltet, was zur Komplettierung ihrer eigenen Vorstellungen zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehörte.
So engagierten sich die neu entstandenen Serviceclubs bei Stadtfesten, bauten Spielplätze aus, engagierten sich im Sozialbereich.
Die Werbegemeinschaft war aktiv und kein Verein hatte über zu geringe Mitgliederzahlen zu klagen. Der Kulturring hatte volle Veranstaltungssäle.
 

„Heute hat sich leider alles geändert“ – aber nicht nur in der Sennestadt
 
Unsere Sennestadt liegt nicht auf einer Insel der Seligen, sondern erlebt und erleidet alle Höhen und Tiefen einer im Umbruch befindlichen Industriegesellschaft, die sich noch nicht darüber klar ist, welche Maßnahmen angesichts der Globalisierung, der rasant steigenden Weltbevölkerung und der Strukturkrise des Kapitalismus die für ihr Überleben richtigen sind.
Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die genannten strukturellen Probleme der Welt von Sennestadt aus zu lösen

Diese Tatsache entbindet uns allerdings nicht davon, in dem uns zugewiesenen Wirkungskreis verantwortlich zu handeln. Handeln können aber nur diejenigen, die die geänderten Rahmenbedingungen wahrnehmen und auf dieser Grundlage die Zukunft konstruktiv mitgestalten wollen.
 

Was hat sich grundlegend geändert?

Als erstes ist der demographische Aufbau der Sennestädter Bevölkerung zu nennen. Wir haben bei uns den größten Anteil von Menschen über 60 Jahren verglichen mit der Gesamteinwohnerschaft in ganz Bielefeld. Wir sind also ein überalterter Stadtteil. Gleichzeitig hat Sennestadt den größten Anteil an jungen Menschen zwischen 0 und 20 Jahren bezogen auf Bielefeld. In Sennestadt leben vergleichsweise viele Hartz IV- Empfänger und viele Menschen mit Migrationshintergrund. Auf Sennestadt trifft also in ganz besonderem Maße zu, was für die gesamte Bundesrepublik gilt: Wir werden älter und bunter.
 

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten 20 Jahre hat sich auch auf Sennestadt ausgewirkt

Die stagnierenden Einkommen der Mehrheit der Bevölkerung schwächen die Kaufkraft und damit die Überlebensmöglichkeiten der inhabergeführten Läden.
Der Discounter auf der grünen Wiese befriedigt heute alle Lebensbedürfnisse und das immer billiger – leider auf Kosten der Umwelt und der Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern. Wer diese Entwicklung bedauert, hätte immer beim kleinen Kaufmann an der Ecke einkaufen sollen. Diese Nahversorger sind aber alle mangels Nachfrage inzwischen eingegangen.
Die leeren Läden in unseren Einkaufsstraßen sind also nicht das Ergebnis falscher Verkaufsstrategien der Inhaber, sondern Folge eines geänderten Einkaufsverhaltens einer immer ärmeren und (noch) sehr mobilen Bevölkerung.
Ein Zurück in die Idylle der voll versorgten Quartierszentren wird es so schnell nicht geben.
 

Wie die wirtschaftlichen Grunddaten, so hat sich auch das Sozialverhalten der Menschen stark gewandelt


Eine bunte, mobile, digital vernetzte und hoch individualisierte Gesellschaft hat andere Vorstellungen vom sozialen Miteinander und schafft sich andere Lebensräume, als es die Generationen in der Vergangenheit getan haben. Wie im Supermarkt vor der Stadt, so bedient man sich auch im Sozial- und Kulturbereich auf dem Markt der überreichen Angebote. Der Kulturkreis in Sennestadt steht deswegen in direkter Konkurrenz zum Kulturangebot in Bielefeld, dem Fernsehen und dem Internet und damit auf verlorenem Posten. Die Kunst des Überlebens besteht im Ausweichen auf Nischenangebote.

Die soziale Bindekraft der Nachbarschaft, ein Grundelement der Reichowschen Städtebauphilosophie, hat sehr stark abgenommen, besteht oft nur noch als Rest aus der Gründerzeit fort.

Was folgern wir daraus für unsere Handlungsmöglichkeiten?


Sicher hilft es gar nichts, wenn wir den vorgefundenen Zustand beklagen und einer verklärten Vergangenheit nachtrauern.
Wir sollten vielmehr immer dann, wenn wir Entwicklungen nicht gut heißen können, Alternativen ausdenken und aktiv für ihre Durchsetzung eintreten. Das setzt natürlich persönliches Engagement und Zivilcourage voraus, Eigenschaften, die in der beschriebenen Gesellschaftsstruktur immer seltener werden.
In diese wenig erfreuliche Lage der Sennestadt hinein eröffnete sich vor drei Jahren die Chance einer aktiven Einflussnahme auf die laufenden Entwicklungen durch die Teilnahme unseres Stadtbezirks am Programm „Stadtumbau West“.
Es gelang tatsächlich, große Teile der Bevölkerung an der Formulierung von Zielen zu beteiligen und Strukturen zu entwickeln, die eine Mitwirkung breiterer Bevölkerungskreise ermöglichen. Ergebnisse dieser Workshops, Aktionstage und Infoveranstaltungen sind umfangreiche Forderungskataloge, weniger sichtbare Projekte oder konkrete Veränderungen.
Dennoch muss entschieden der Behauptung entgegengetreten werden, dass sich nichts getan hätte.
 

Eine kurze Aufzählung der bereits umgesetzten Maßnahmen kann den Fortschritt im Stadtumbauprozess belegen:

  • Der Uferbereich des Quellteiches nördlich des Hallenbades wurde neu gestaltet.
  • In unmittelbarer Nähe zum Teich wurde durch eine Bürgerinitiative mit finanzieller Unterstützung durch das Stadtumbauprogramm eine Boulebahn gebaut.
  • Neue Wege verbinden Teich und Boulebahn mit der Skaterbahn, für die eine besonders gestaltete Ruhezone (Stangenwald) errichtet wurde.
  • Im Bullerbachtal wurden Wege und Brücken erneuert und barrierefrei gemacht.
  • Der Uferbereich des Stadtteichs um das Sennestadthaus herum wird aufwändig neu gestaltet. Auch hier hat sich eine Initiative des Sennestadtvereins mit praktischer Arbeit eingebracht.
  • Das Luna ist mit Mitteln des Stadtumbaus vollständig saniert worden.
  • Die Räume der Stadtteilbibliothek wurden renoviert und mit dem Aufbau einer bilingualen Bibliothek begonnen.
  • Die Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule wurden umfassend renoviert und der gesamte Komplex der Grundschule für die neuen Anforderungen hergerichtet.
  • Der Pavillon am Sennestadtring 15 wurde als Büro des Stadtteilmanagements hergerichtet und dient darüber hinaus einigen Gruppen als Versammlungsraum.
  • Die großen Wohnungsgesellschaften (BGW, Sahle, Freie Scholle) haben mit der Veränderung ihres Wohnungsangebots begonnen im Hinblick auf barrierefreie Wohnungen für alte Menschen und größere Wohnungen für Familien mit Kindern.
  • Die Stadt Bielefeld hat ein Beratungsangebot in Sennestadt aufgebaut für Immobilienbesitzer, die ihre Häuser energetisch verbessern oder altengerecht herrichten wollen.

In den nächsten Monaten werden folgende Arbeiten in Angriff genommen werden:

  • Zur Verbesserung des Wohnumfeldes im Verler Dreieck wird die Innstraße in Höhe der Einmündung des Isarweges zu einem „Quartiersplatz“ umgebaut, d. h. durch Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wird ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen (Spielplatz, Bänke, Springbrunnen).
  • Die evangelische Kirchengemeinde wird mit dem Bau des Mehrgenerationenzentrums an der Elbeallee nach Abriss des Matthias-Claudius-Hauses (Abriss durch Stadtumbaugelder finanziert) beginnen.
  • Die Lindemannstube wird eine Seeterrasse erhalten und sich so zum Stadtteich öffnen.
  • In Höhe des Hallenbades wird eine „Landschaftsklammer“ die Überquerung der Travestraße erleichtern und den nördlichen Grünzug mit dem Bullerbachtal verbinden.
  • Die Sennestadt GmbH ist in konkrete Planungen über eine ökologisch anspruchsvolle Bebauung des Schilling-Geländes eingetreten. In diesem Zusammenhang wird auch der Rückbau der Paderborner Straße (L756) in die Diskussion gebracht.


Diese nicht ganz vollständige Aufzählung macht deutlich, an wie vielen Stellen in Sennestadt durch das Stadtumbauprojekt Veränderungen angestoßen und Verbesserungen erzielt worden sind.


Zusätzlich zu den genannten städtebaulichen Maßnahmen sind Fragen zur Verbesserung des Images von Sennestadt und zur besseren Vermarktung der Vorzüge der Sennestadt bearbeitet worden:

  • Ein Logo wurde entwickelt und die Wohnungsgesellschaften vereinbarten gemeinsame Schritte zur Vermarktung ihrer Wohnungen.
  • Auf dem Immobilienmarkt zeichnen sich vorsichtige Tendenzen zur Umschichtung der Bewohnerinnen und Bewohner von Eigentumswohnungen und Eigenheimen ab. Die relativ niedrigen Immobilienpreise in Sennestadt erlauben es jüngeren nicht so finanzkräftigen Familien, Eigentum zu erwerben und instand zu setzen. Dadurch kann sich die Bevölkerung insgesamt verjüngen.
  • Auch bei der Kaufmannschaft bewegte sich etwas und eine neue Werbegemeinschaft wurde gegründet. Diese Initiative hat inzwischen viele gute Ideen zur Steigerung de Attraktivität des Einkaufsplatzes Sennestadt umgesetzt.

Es bewegt sich also vieles in Sennestadt

 

Wer Veränderungen zum Besseren wünscht, sollte sich tatkräftig einbringen. Schließlich haben wir Bürgerinnen und Bürger es selbst in der Hand, das Leben in unserer Stadt so zu gestalten, dass wir uns in ihr wohl fühlen.
 
Ulrich Klemens