Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Skulpturen in Sennestadt (Seite im Aufbau)

Kunst im öffentlichen Raum
von Horst Thermann
 
Sennstadt ist reich an Kunst im öffentlichen Raum. Die Kommunalpolitiker haben ebenso wie der Planer der Sennestadt, Professor Hans-Bernhard Reichow, von Anfang an Wert darauf gelegt, die neue Stadt attraktiv zu gestalten. So hielten sie sich u.a. weitgehend daran, den Empfehlungen des Deutschen Städtetages zu folgen und bei der Errichtung öffentlicher Gebäude "Kunst am Bau" einzubeziehen.
Die als Folge der Ausstellungsreihe "skulptur aktuell I, II, III, IV" in den Jahren 1983 bis 2004 von der Sennestadt GmbH und dem Sennestadtverein erworbenen Skulpturen bereichern darüber hinaus in besonderer Weise das Stadtbild. Diese Offenheit für die künstlerische  Ausgestaltung der neuen Stadt regte auch Baugesellschaften, Institutionen und Privatleute an, ihre Gebäude und Freiräume mit Plastiken, Reliefs, Mosaiken usw. zu verschönern.

(1) Großes Strandstilleben, Terrakotta, Peter Sommer 1983
Sennestadtteich (nur im Sommer zu sehen)
Die Plastik ist zwischen 1978 und 1981 entstanden. Sie besteht aus 17 Terrakottafiguren, die zwischen 30 und 155 cm hoch sind. Der derzeitige Standort dieser Figuren ist der Sennestadtteich; die Plastik wurde im Anschluss an die Ausstellung "skulptur aktuell I" 1982/83 angekauft.

(2) Kosmisches Raumelement, Bronze/Messing-Rauminstallation, Bernhard Heiliger 1974
Sennestadthaus, Stirnseite vom Wasser aus.
Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine abstrakte Reliefplastik, die an der äußeren Stirnseite des Vortragssaales des Sennestadthauses zu finden ist. Bernhard Heiliger schuf dieses Werk 1972, sie wurde jedoch erst 1974 installiert. Die Plastik ist zweiteilig, in Bronze gefasst und teilweise poliert. Die Maße betragen 130 x 60 cm

(3) Großer Minotaurus, Bronze, Richard Heß 1984
Plateau Sennestadtring / Ringpavillion
Die Plastik hat die Maße 137x69x60cm und besteht aus Bronze. Die Figur entstand 1984. Es handelt sich um einen Tierkopf, der auf einem menschlichen Körper ruht. Der Kopf des Minotaurus hat die typische Schädelform des Stieres. Die Hörner sind deutlich zu erkennen, während die Augen und das Maul "nur" durch Einkerbungen angedeutet sind. Der dennoch sehr ausdrucksvolle und durchaus menschliche Blick ist auf den Betrachter gelenkt. 

(4) Mutter und Kind, Stein, R.  Steffen 1954
Grünzug zwischen Nahe- und Mainweg, Unterhalb Barlachhaus am Zaun entlang

Aus einem 132 Zentner schweren Diabasgesteinsbrocken, gestaltete zu Anfang der 60er Jahre der Hamburger Bildhauer Steffen seine Plastik. Diese Plastik war die erste, die Sennestadt als ihr eigen nennen durfte. Sie war ein großzügiges Geschenk der Gagfah (Gemeinnützige AG für Angestellten-Heimstätten), Essen an die Sennestadt und wurde unter Anwesenheit vieler Schaulustiger im März 1963 aufgestellt .

(5) Sitzende Katze, Bronze, Inge Jaeger-Uhthoff 1984
Vorplatz Ernst-Barlach-Haus
Die lebensgroße Bronzeskulptur ist etwa 40 cm hoch und auf einem rechteckigen Sockel aufgestellt. Sie wurde von der ehemaligen Sennestädterin um 1984 im Auftrag der Evangelischen Landeskirche fertiggestellt. Bei der Erschaffung dieser Skulptur ging es nicht darum, die Katze möglichst exakt und naturgetreu darzustellen, weshalb die Künstlerin wenig Wert auf das Differenzieren der einzelnen Körperpartien des Tieres gelegt hat

(6) Enten, Bronze, Inge Jaeger-Uhthoff 1984
Vorplatz Cafe Wölke, Rheinallee
Die Bronzeplastik im Jahr 1982 entstanden. Die Gesamthöhe der beiden dargestellten, lebensgroßen Enten beträgt circa 1 m. Die beiden Enten sind in einem spitzen Winkel zueinander platziert und berühren sich. Eine der beiden Enten steht aufrecht und mit geschwellter, herausgestreckter Brust. Die Haltung ist angespannt und wirkt stolz. Die sitzende Ente drückt genau das Gegenteil aus. Sie wirkt entspannt und ruhig.

(7) Kleine Schwinge, Edelmetall, Marcus Henning 2001
Vorplatz Sparkasse Rheinallee / Travestraße


(8) Brennende Freiheit, Aluminium, Arnold Schatz 1973
Platz zwischen Hallenbad und Sporthalle
Die abstrakte Großplastik wurde 1974 aufgestellt. Schatz arbeitete zwei Jahre an dem ca. 3,50 Meter hohen und fünf Tonnen schweren Kunstwerk. Die Skulptur ähnelt in ihrer Gestalt einem sich aufrichtenden Vogel. An den Flügeln sowie an den Gebilden im unteren Bereich sind flammenartige Formen zu erkennen. Aufgrund der zahlreichen Einzelformen und den verschiedenen Richtungsdominanzen wirkt die Skulptur dynamisch-bewegt und unruhig.

(9) Arche Noah, Bronze, Heinz Hollenhorst 1965
Uchteweg, Eingang Reichwein-Schule. Von der Travestr. Fußweg zur Schule
Im einem Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung der Schule ging die Arche Noah als Sieger hervorging. Die knapp 3 Meter hohe Bronzeplastik ist stark abstrahiert und erscheint eher wie eine Walflosse als wie ein Schiff. Am Sockel der Plastik verteilt, sind aber einige der Tiere dargestellt, die in der "Arche Noah" Unterschlupf fanden. Am oberen Ende der Plastik, die sich nach oben hin verjüngt, ist die Arche selbst symbolisch dargestellt. 

(10) Prof. Hans Ehrenberg, Bronze-Relief, Nina Koch 1988

Haupteingang Hans-Ehrenberg-Schule

Der untere Teil der Tafel ist eine kurze Wiedergabe seiner wichtigsten Lebensdaten: Professor für Philosophie in Heidelberg, Pfarrer in Bochum 1925, die Suspendierung als judenchristlicher Pfarrer 1937, die Einlieferung ins Konzentrationslager Sachsenhausen 1938, die Emigration nach England 1939, seine Zeit als Pfarrer im volksmissionarischen Dienst der Ev. Kirche von Westfalen ab 1947 sowie sein Lebensabend in Heidelberg.

(11) Kugel "arcanum rerum" Stahl, Jörg Bochow 2001
Vorplatz  Hans-Ehrenberg-Schule
Neben der optischen Wirkung hat die Kugel eine klangliche, wenn man sie in Bewegung versetzt. Dann ertönt aus dem Inneren ein Glockenspiel. Die Form der Kugel steht für nichts anderes als Bewegung. Das wird noch verstärkt durch die diagonal verlaufenden Nähte und die Öffnung in der Kugel. Nur durch einen leichten Schubs kann die riesige und schwere Kugel in Schwingungen versetzt werden. Das ist Kunst zum Anfassen und Mitmachen.

(12) Lust und Last des Wissens, Stein, Roland Zigan 2001
Vorplatz Stadtteilbibliothek
 Zu sehen ist ein Kopf in einem aufgeschlagenen Buch. Er schaut grimmig drein. Das Buch ist stark vereinfacht dargestellt und im Gegensatz zu dem Kopf glatt geschliffen. Der Kopf weist dagegen noch eine deutliche Struktur auf, was einen unruhigen, fast aggressiven Eindruck macht. "Die Lust und Last des Wissens" soll zum Nachdenken anregen, dass es nicht zwangsläufig einfach ist, mit Wissen umzugehen. Dann wird das Wissen zur Last.

(13) Auf der Lichtung, Bronze, Anthony Cragg, 1997
Reichowplatz
Alle drei Plastiken weisen harmonische Rundungen auf, doch jede hat ihren eigenen Akzent: aufragend - gestreckt - gedrungen. Formen aus konvexen und konkaven Partien bilden die voluminösen Körper aus runden, aufeinander liegenden Scheiben, wie "Formeinschnürungen und hervorquellende Wülste in einer rhythmischen Abfolge", so in der NW vom 06.1998. Dieser Wechsel bewirkt bei den drei Kernplastiken ein Spiel zwischen Licht und Schatten.

(14) Gratwanderung (dreiteilig), Aluminium-Installation, Hubertus von der Goltz 1985
Dach des Sennestadthauses