Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Kunstausstellungen  2018

Kulturkreis im Sennestadtverein

Beate Rasche-Schürmann, Vorsitzende des Kulturkreises im Sennestadtverein
Elisabeth Schröder, Organisation der Kunstausstellungen

"Wir sind da!"

 

Bilder von Geflüchteten und EhrenamtlerInnen

11.02.2018 - 09.03.2017

 

Woldemar Winkler

 

Bilder, Collagen und Assemblagen

 

13.05.2018 - 22.06.2018

 

"Das Leben der Channa Maron"

 

Eine Graphic Novel von Barbara Yelin und Plakate von David Polonsky

07.10.2018 - 16.11.2018

 

»Wir sind da!«

lautet die Ausstellung vom 11.02. bis zum 09.03.2018, die aus dem Rahmen der bisherigen Kunstausstellungen herausfällt: Es handelt sich nämlich eher um eine Dokumentation des guten Miteinanders von Geflüchteten, MigrantInnen und EhrenamtlerInnen in Sennestadt in Form von Bildern, die durch sie in den vergangenen Monaten entstanden sind.

Der Titel »Wir sind da!« bezieht sich dabei sowohl auf die Ankunft der schutzsuchenden Menschen als auch auf das Angebot vieler Hiesiger, die ihnen ihre Hilfe anbieten.

Zu sehen sind Arbeiten aus den offenen Kunstangeboten im Containerdorf in der Industriestraße, die 2016 initiiert wurden durch Dr. Monika Witsch, selber künstlerisch tätige Ehrenamtlerin, später kurzzeitig fortgesetzt von Margo Dinter und demnächst – und zwar mit einer neuen längerfristigen, computergestützten Foto-Projektidee – von Willi Aders-Zimmermann.

Daneben sollen auch Produkte aus der Holzwerkstatt im Containerdorf präsentiert werden, die der Arbeitskreis Vielfalt des Sennestadtvereins um Dr. Wolf Berger aufgebaut hat – mit der Fachanleitung von Seniorchef Dieter Tellenbröker.

Woldemar Winkler - "Freie Wesenheit"

Die Ausstellung vom 13.05. bis zum 22.06.2018 konzentriert sich ganz auf einen berühmten Künstler, Woldemar Winkler, dessen große Bildtafeln im Bürgertreff des Sennestadthauses viele bestimmt noch gar nicht so richtig wahrgenommen haben. Diese vier abstrakten, wunderschön farbglühenden Gemälde waren einst ein Geschenk an die Sennestadt von Winkler, der 2004 im Alter von 102 Jahren gestorben ist.

Bildtitel wie »Quellblüten treiben durch ein Sagengeflecht« zeigen, welche Rolle bei ihm die entfesselte Fantasie spielt. Er verwendet z.B. in seinen Collagen Materialien wie Puppenteile, gebrauchte Kaffeefiltertüten oder eigenartige Holzfunde, die ihm in seiner intuitiven Wachheit als etwas Besonderes »zu-fallen«.

Die künstlerische Schubkraft zu seinen meist surrealistisch wirkenden Bildern erklärte er einmal so:

»Das Atmen in unserer Welt, die sich mit ihren besonderen Eigenheiten ständig bedrohlicher formiert, zwingt mich zu immer neuen Reaktionen in meiner Sprache.«

Geradezu greifbare Realität inmitten von halluzinatorischen Zuständen und magischen Arrangements machen das Faszinierende seiner unerschöpflichen künstlerischen Energie aus.

Die Kunsthalle Bielefeld widmete ihm bereits 1972 eine Ausstellung, auch zuvor wurden seine Werke vielfach im In- und Ausland präsentiert.

Sein Sohn Christoph Winkler wird eine Einführung in die Werkauswahl geben.

Graphic-Novel-Ausstellung

Vom 07.10. bis zum 16.11.2018 kommt erstmals eine Graphic-Novel-Ausstellung ins Sennestadthaus, also eine gezeichnete Erzählung.

Und zwar über eine beeindruckende Frau, die 1923 in Berlin als Hanna Meierzak geboren wurde, in Filmen der Weimarer Republik als Kinderstar mitwirkte, z.B. mit Hans Albers oder in Fritz Langs »M« und live als »Pünktchen« in Kästners »Pünktchen und Anton« am Deutschen Theater Berlin.  

Wie sie dann über Paris nach Palästina emigrierte und dort als Schauspielerin unter dem Namen Channa Maron besonders im Fernsehen sehr populär wurde, wird in anschaulichen, atmosphärisch starken Comic- Zeichnungen von Barbara Yelin mit jeweiligen Kurztexten wiedergegeben. Die Illustratorin und Zeichnerin Barbara Yelin veröffentlicht regelmäßig Comics im Berliner Tagesspiegel sowie in der Frankfurter  Rundschau und legte Bücher vor, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Sie erhielt 2015 den Bayerischen Kunstförderpreis und wurde 2016 beim Internationalen Comic- Salon Erlangen als »beste deutschsprachige Comic-Künstlerin« ausgezeichnet. Ihre Graphic Novel über das Leben der Channa Maron ist eine 2016 entstandene Auftragsarbeit der Goethe-Institute Jerusalem und Tel Aviv, von der es eine hebräische und eine deutsche Textfassung gibt.

Charakteristisch für Channa Marons Treue zu sich und ihren Überzeugungen ist, dass sie sich in Israel als Friedensaktivistin u.a. für einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 einsetzte, obwohl sie bei einem palästinensischen Terrorakt im Münchener Flughafen 1970 ein Bein verlor. Sie arbeitete danach mit Prothese als Schauspielerin weiter bis kurz vor ihrem Tod 2014.

Mit Yelins Bildergeschichte zusammen ausgestellt wird eine Plakatserie zu ihren Lebensstationen: Diese Plakatserie hat David Polonsky geschaffen, ein Illustrator führender israelischer Zeitungen sowie der New York Times. Er wurde als künstlerischer Leiter des Animationsfilms »Waltz with Bashir« durch dessen Golden-Globe-Auszeichnung 2009 weltberühmt, in dem die Folgen des israelischen Libanonfeldzugs dokumentarisch reflektiert werden.
Besonders bei dieser Ausstellung, die von den Goethe-Instituts-Partnern in Berlin schon zu vielen Orten in Deutschland gebracht wurde, ist eine Einbindung der Schulen geplant, da hier außer dem künstlerischen Aspekt (Graphic Novels sind in den Museen und Galerien auf dem Vormarsch!) der historische und gesellschaftspolitische Gehalt so interessant ist.