Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Kulturkreis - Lesungen 2022

Wichtige Hinweise:

 

Veranstaltungsort

Bitte beachten Sie, dass diese Lesung - sowie auch die nächste - ausnahmsweise in der Johanneskirche stattfindet, obere Elbeallee - Ecke Ilmenauweg.

 

Corona-Schutzverordnung

Verpflichtend mit 2G-Nachweis und Maske, möglichst FFP2

„Unerhörte Geschichte – frei, aber verpönt“

Barbara Stellbrink-Kesy liest aus ihrem Buch


Irritiert durch zufällig entdeckte, immer geheim gehaltene Briefe einer in der Familie Stellbrink totgeschwiegenen Großtante Irmgard taucht die Autorin in die Spurensuche ein: „Frei, aber verpönt“ geriet Irmgard Heiss aus gutbürgerlichem Haus in Detmold nach abenteuerfreudigen Ausbildungsjahren in Berlin zunehmend in Armut als Ehefrau eines Bergmanns im Ruhrgebiet in den frühen Zwanzigern des Ruhrkampfs. Sie wurde für die Herkunftsfamilie zu einer Art Schandfleck. Sie gerät nun auch seelischen Krisen und wird unter Mithilfe der Familienmitglieder von den zunehmend nationalsozialistisch gepolten Ärzten schrittweise pathologisiert und institutionalisiert. 


Stellbrink-Kesy recherchierte jahrelang in Archiven und Krankenakten und führt mit den eingestreuten Dokumenten durch ein wichtiges Stück Psychiatriegeschichte. In der durchgehend fesselnden Erzählung dieses Erforschens geht es aber auch um die eigene Identität der Autorin und ihren Lernprozess im Umgang mit dieser schockierenden Familiengeschichte.

 

Das Buch dokumentiert erstmalig den bedeutsamen Zusammenhang der Schicksale dieser 1944 in der Anstalt Weilmünster ausgezehrt verstorbenen Irmgard Heiss geb. Stellbrink und dem ihres Bruders, dem später als

„Lübecker Märtyrer“ verewigten evangelischen Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink.


Zu Beginn der Lesung spricht der Sennestädter Eddy Wieand kurz über ein ähnliches Familientrauma:

Seine Verwandte Erna Kronshage war ebenfalls ein Euthanasie-Opfer. Ihr Grab wird in die Gräberpatenschaft des Sennestadtvereins aufgenommen.