Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

AK Natur und Wandern

Dünen in Sennestadt - Ein naturkundlicher Rundgang

Gegen den "Lagerkoller"

Veranstaltungen können zurzeit wegen der Beschränkungen in der Corona-Epidemie nicht stattfinden.

Aber raus aus dem Haus können wir noch.

Wie wäre es mit einem Erkundungsrundgang zu den Sennestädter Dünen?

Auf diesem Bild blickt man links auf den Rücken einer Düne zwischen dem Weg Dissenkamp und dem Sprungbach. Wie die meisten Dünen der Senne ist auch diese bewaldet, man sieht Birken und Kiefern, im Vordergrund immergrüne Preiselbeeren und Blaubeeren. In der Mitte des Bildes ist ein Dünental angedeutet, und rechts kann man eine weitere Düne erahnen.

Ich möchte nun zunächst die Landschaftsformation der Dünen erklären und dann einen zweistündigen Dünenrundgang in Sennestadt vorschlagen.

 

Dünen* gibt es nicht nur an der Küste, sondern überall dort, wo Sand und Wind aufeinander treffen, so auch in der Senne direkt vor unserer Haustür. Die Dünen der Senne gehören zu den markantesten und bemerkenswertesten Landschaftsformen. Zudem kommt ihnen eine hohe ökologische Bedeutung zu, da es sich um seltene, nährstoffarme Standorte mit eigenem Mikroklima handelt, die von hoch spezialisierten Lebensgemeinschaften besiedelt werden.

 

Binnendünenvorkommen in der Senne


Binnendünen bzw. ihre Reste finden wir in der Senne an vielen Stellen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt im südlichen Teil der Senne. Nordwestlich dieser etwa 10 km breiten Dünenkernzone erstreckt sich ein schmaler, mit Dünen durchzogener Korridor parallel zum Teutoburger Wald von Brackwede bis Augustdorf. Kennzeichnend für die Gestalt der Sennedünen sind nach Südwesten geöffnete Parabelformen. Parabeldünen bestehen aus zwei seitlichen Flügeln und einem Kopfteil, der den beiden Seitenflügeln in Hauptwindrichtung »vorauseilt«. Bei den Sennedünen sind diese Flügel häufig sehr lang gestreckt und orientieren sich parallel zu den Sennebächen.
Die dominierenden Westwinde ließen im Lauf der Zeit flache Dünenanstiege in windexponierter Lage entstehen. Gleichzeitig brachten sie auf der gegenüberliegenden Seite bis zu 40 Grad steile Hangböschungen hervor. Ihre steile Ausrichtung erklärt sich durch das stetige Ablagern und Nachrutschen der herangewehten Sande im windberuhigten Dünenbereich.
Verschiedene natürliche Prozesse wie Wind, Niederschlag und Talbildung sowie menschliche Einflüsse wie Plaggenwirtschaft, Einebnung und Abbau haben schon früh zur Umformung, Auflösung und Zergliederung der Dünenbögen in der Senne beigetragen.

 

Die »Zähmung« der Sennedünen


Die Sandverwehungs- und Dünenentstehungsprozesse wurden erst durch die Markenteilung und die Anlage systematischer Kiefernaufforstungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts aufgehalten. Auch die Entwicklung des Kunstdüngers spielte eine entscheidende Rolle. Die großen Sand- und Heideflächen wurden im Zuge dieser Veränderungen entweder in Ackerland, Grünland oder Kiefernforsten umgewandelt. Das waldarme Landschaftsbild mit den typischen offenen Dünenstrukturen änderte sich grundlegend.
Durch die geänderten Landnutzungsansprüche, Nivellierungen, Siedlungserweiterungen sowie durch den industriellen Sandabbau verschwanden viele Dünenstandorte in der Folgezeit. Die 1920 von Hoerle erfassten fünf großen Dünenzüge der Senne – darunter der Krackser Dünenbogen – sind daher heute nur noch in Fragmenten zu erkennen. So wurde von der großen Düne im späteren nördlichen Sennestadt, die einen wesentlichen Abschnitt des Krackser Dünenbogens ausmachte, für den Bau der Autobahn ein großer Abschnitt zur Sandgewinnung abgebaut.
Eine wichtige Aufgabe ist heute der Erhalt der verbliebenen Dünenstandorte – als landschafts- und kulturgeschichtliche »Zeitzeugen« und als charakteristische und wichtige Sonderbiotope der Kulturlandschaft Senne.

_______________________________________
* nach: Alexander Quante: Von Dünen und Menschen. Dünen in der Senne früher und heute.

In: Senne und Teutoburger Wald. Hrsg. Vom Naturschutzzentrum Senne. Im Buchhandel erhältlich.

Ausschnitt aus der geologischen Karte von Bielefeld. Man sieht sehr gut die leuchtend gelb eingetragenen Dünenbereiche, vor allem im Norden und Südosten Sennestadts (Krackser Dünenbogen), in der Südstadt und in den Waldgebieten zwischen Bullerbach und Sprungbach.

Quelle: Land NRW (2017)/Stadt Bielefeld, Amt für Geoinformation und Kataster

 

Dünen mitten in Sennestadt

 

Wenn man sich die geologische Karte von Sennestadt anschaut, erkennt man sofort den großen „Krackser Dünenbogen“, der Sennestadt von West nach Ost etwa von nördlich der Autobahnauffahrt A2 über den Ost-West-Grünzug der Nordstadt bis östlich der Württemberger Allee durchzieht. Dort ist ein Knick im Dünengürtel und er verläuft dann weiter im Wald nach Süden bzw. Südosten. 

Auffällig sind weiterhin die typischen, bachbegleitenden Dünenbereiche östlich des Bullerbachs, zum Beispiel gegenüber der Jesus-Christus-Kirche. In der Südstadt treffen wir dauernd auf Dünen. Besonders groß ist die Düne am Hirschweg. Sie ist gekrönt von der Kunigundekirche. Eine langgestreckte Düne finden wir zwischen Keiler- und Marderweg. Und dann gibt es noch die auffällige kleine Düne östlich des Keilerwegs.

 

Eine 8 km lange Dünenwanderung


Vom Sennestadthaus zur Brücke, auf den Fußweg nach links ins Bullerbachtal. Vor den Gebäuden des Schulzentrums Süd nach links über niedrige Dünen zur „Wintersheide“. Schräg links gegenüber in den Fußweg  zur Bleicherfeldstraße, geradeaus weiter in den Dachsweg. Sie kommen zum Hirschweg und blicken auf die Düne, die von der katholischen Kirche St. Kunigunde gekrönt wird. Sie schauen von Norden auf diese Düne. Auf dieser Seite ist sie recht steil. Nach oben und nach der Kirche rechts wieder von der Düne hinab. Hier ist sie weniger steil. Auf dieser Seite wehten einst die Südwestwinde den Sand hoch.
Unten am Kaufweg scharf links in den Fußweg Richtung Igelweg. Nicht in den Igelweg, sondern halbrechts weiter auf Fußweg zum Keilerweg. Gegenüber weiter Fußweg über eine bewaldete Düne. Am Marderweg links, Iltisweg rechts. Diese Straße führt am Fuß einer imposanten Düne entlang. Am Ende des „Iltiswegs“ Fußweg nach links zur Sprungbachstraße, diese bis zur Ampel Ecke Morsestraße/Paderborner Straße. (2,7 km)

Ab der Ampel ein kleines Stück Richtung Sennestadt, rechts den Forstweg zum Wasserwerk 01. Links des Weges ist ein größerer Dünenbereich erkennbar. Nach 400 m den Patt nach links (und hoch), Wanderwegzeichen A10 (Gegenüber mündet ein breiterer Weg.) 

Anstieg zum zweiten von vier Dünenrücken am Wanderweg A10

Jetzt folgen vier ausgeprägte  Dünenrücken in dichter Folge, bis der schöne Pfad an Zufahrtsweg (zu Haus Nr. 239) endet. Links, weiter auf dem A10. Am Ende links und erster Weg rechts, zwischen den Kleingärten hindurch. Vorbei am Gelände von Bestattungen Wissmann, scharf rechts in den Netzeweg. 

 

Wo von links hinten der Radweg auf den Netzeweg mündet, halbrechts in einen Waldpfad. Immer geradeaus – auf der rechten Seite ist eine Düne – bis zum Schotterweg (Dissenkamp). Kurz links und sofort bei der Schranke rechts. Nach den auffälligen Eichen (Naturdenkmale) und einer Linkskurve an der Gabelung den kleinen Pfad links wählen. Bald darauf eine Kreuzung: Am Ende der Kreuzung sieht man unscheinbaren Pfad, halbrechts, bezogen auf bisherige Richtung. Diesem Pfad folgen bis zum asphaltierten Huckepackweg (4,8 km). Diesen Überqueren.

Der Waldweg geht in die Württemberger Allee über. Links einbiegen in den Thüringer Weg. Straße „Am Stadion“ überqueren, auf Düne hinauf. Oben schöne Aussicht auf den Teuto. Runter von der Düne in den Ost-West-Zug mit Spiel- und Sportplätzen bis zur Grillhütte. Beim Teich links, an der Skateranlage vorbei. (6,8 km) Travestraße überqueren, auf Bullerbachtalweg am tief eingeschnittenen Tal entlang. Links vom Weg ist eine sog. Strichdüne gut zu erkennen, die entlang des Bachtals aufgeweht wurde. Am Reichowplatz links, LUNA, zurück am Sennestadthaus. (8 km) 


Thomas Kiper

GPS-Route der Dünenwanderung zum Download
Dünenwanderung.gpx
GPS eXchange File [53.6 KB]

Der Kartenausschnitt kann vergrößert und/oder verschoben werden.
Auch eine Vollbilddarstellung ist möglich (Kästchen oben rechts im grauen Header)

 

Start und Ziel: Sennestadthaus