Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreise - Natur und Wandern

Bereich "Wandern"

Auf dieser Seite

  • Der Bullerbachtalweg - Hinweis auf einen 12-seitigen Flyer
  • Wisente, Tarpane und Wildschweine - eine Wanderung in Scherfede bei Warburg
  • Haus-Neuland-Rundwanderweg - Eröffnung im März 2016

Der Bullerbachtalweg

 

Der Sennestadtverein hat einen 12-seitigen Flyer
im Westentaschenformat herausgegeben.


Exemplare sind gegen eine Schutzgebühr
von 50 Cent im Bezirksamt und in der Buchhandlung
Kutzner erhältlich.

Wisente, Tarpane und Wildschweine

Wandergruppe

 

Zum 29.04.2017 wurde eine Wanderung durch das Hammerbach- und Schwarzbachtal in Scherfede bei Warburg angekündigt. Die beiden Bäche münden in die Diemel, einen Nebenfluss der Weser. 14 interessierte Teilnehmer/ innen nahmen teil. Vom Parkplatz am Waldinformations-zentrum »Hammerhof« ging es in die Hammer-bachaue zum 170 Hektar großen Gehege der Bergwisente.

 

Wisent-Geschichte

Der letzte frei lebende Wisent in Deutschland ist 1755 erlegt worden. Um das größte Landsäuge-tier Europas nicht aussterben zu lassen, wurde bereits 1958 das Wisentgehege Hardehausen von der Landesforstverwaltung eingerichtet. Seit 2004 existieren hier nun beide Wisent-Unterarten, der Bergwisent und der Flachland-wisent in separaten Gehegeeinrichtungen – das gibt es nur zweimal in Europa. Seit 1958 werden hier die Nachkommen der Bergwisente nachgezüchtet, die heute nur noch als Mischform mit dem Flachlandwisent existieren. Seit Eröffnung des Geheges sind hier mehr als 160 Wisente geboren worden. Überzählige Tiere gehen in andere Gehege oder in Auswilderungs-projekte. Wisente sind ausgesprochene Waldtiere und ernähren sich deshalb während der Vegeta Vegetationszeit hauptsächlich von Kräutern und Gräsern sowie von Blättern, Trieben und von der Rinde der Waldbäume. Ein ausgewachsener Wisent braucht pro Tag 30 bis 45 kg Grünfutter und bis zu 4 kg holzige Nahrung. Wisente können Hindernisse von 2 Meter Höhe und Wassergräben von 4 Meter Breite überwinden und bis zu 60 km/h schnell laufen.

 

Dann ging es weiter auf dem Wisentweg Ost Richtung vorbei an einer Zuchtgruppe von etwa 20 Tarpanen. Diese Wildpferdeart ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Tarpane unterscheiden sich von rotbraunen Przewalski-Steppenurwildpferden durch ihre mausgraue Farbe und ihren feineren Knochenbau. Bisher sind hier 198 Tarpane geboren worden. Danach kam ein weiteres Gehege mit Wildschweinen und ihren Frischlingen. Die Frischlinge waren sehr lustig anzusehen, da unter ihnen schon kleine Kämpfe stattfanden.

Für diese ersten 4 km Wanderweg rechtsseitig des Hammerbaches benötigte die Wandergruppe wegen der interessanten Tiere und der Pracht von blühenden Wiesen und jungem Grün zwei ganze Stunden.

Wisent

 

Zum Glück gab es unter den Teilnehmern einen Hobby-Ornithologen der das Gezwitscher bzw. den Gesang der Vögel zuordnen konnte.

 

Nachdem linksseitig der Korinthenteich passiert war, sah man die Parkanlage des Klosters Hardehausen. Das Kloster Hardehausen war 1140 die erste Gründung eines Zisterzienserklosters in Westfalen. Wie typisch für diese Klöster, wurde auch Hardehausen in einem unwirtlichen Gelände angelegt, einem Waldtal, umgeben von Sumpf-landschaften. Seit 1945 werden die ehemaligen Klostergebäude als Jugend- und Erwachsenen-bildungsstätte des Erzbistums Paderborn und seit 1949 auch als Katholische Landvolks-hochschule genutzt.

 

Dann ging es linksseitig des Hammerbachs auf dem Wisentweg West zum Gehege der rein-blütigen Flachlandwisente, die hier in einem weiteren Freigehege von 80 Hektar nachge-züchtet werden. Neben diesem Gehege steht der 12 Meter hohe Wisent-Turm mit einer außer-gewöhnlichen Holzkonstruktion. Auf einer Grundfläche von 4 x 4 Meter, die sich nach oben auf 5 x 5 Meter erweitert, sind die 43 Stufen in Form einer Doppelhelix angeordnet - eine geniale Lösung.

 

Nun ging es in das Schwarzbachtal. (Der Schwarzbach ist mit seinen 6,2 km der längste Zufluss des Hammerbachs.) In diesem Tal ist die Vegetation weniger vom vorherrschenden Klima als vielmehr von den Bodenverhältnissen bestimmt. Der mäandrierende Schwarzbach ist Teil eines verzweigten Bachsystems mit mehreren Quellbächen, der immer wieder seine kleine Aue überschwemmt und für wasser-gesättigte Böden sorgt. Diese meidet die Buche, deshalb stockt hier ein teils vermoorter Schwarzerlen-Auwald.

 

Vorbei am »Alten Forsthaus Mittelwald« ging es zum Infozentrum zurück. Die Landesforst-verwaltung NRW errichtete im Jahr 2004 dies Infozentrum für Wald, Holz und Umwelt, den »Hammerhof« des Regionalforstamtes Hochstift. In Ausstellungen, Seminaren, Führungen und Vorträgen kann man Wissenswertes über die Region und den Wald erfahren. Hier ist ein Café integriert, in dem bei selbst gemachtem Kuchen und Kaffee die Wanderung ausklang.

 

 

Hannelore Stukenbröker

Haus-Neuland-Rundwanderweg


Der Sennestadtverein war bei der Eröffnung am 28. März 2016 dabei

 

»Immer dem N nach«

 

Am Vormittag des Ostermontags haben sich bei unbeständigem Wetter mehr als 100 Teilnehmer unter der Leitung von Uwe Biermann (Bezirkswegewart des TWV) und Thomas Kiper zur Eröffnungswanderung des ca.10 km langen Neuland-Wanderwegs aufgemacht, um einen Einblick in die Schönheiten und Besonderheiten der Senner Sandlandschaft und des Kalksteingebirges des Teutoburger Waldes zu bekommen.

Der N-Weg führt ab der ehemaligen Waldgaststätte Fichteheim auf einem breiten Forstweg in Richtung Markengrund und entlang der Südvariante des Hermannswegs.

 

Auf diesem sogenannten »Schlangenweg« mit Bielefelds höchstem Berg »Auf dem Polle« geht es an der Autobahn A2 entlang zum Gasthaus Deppe. Von dort führt der langgezogene »Wandweg« durch Lämershagen, mit beeindruckenden Ausblicken in das Längstal bzw. zum südlichen Kamm des Teutoburger Waldes, über die »4 Buchen« hinunter in das malerische Naturschutzgebiet »Menkhauser Bachtal mit Schopketal« an der Grenze zu Oerlinghausen zum Ausgangspunkt zurück, wobei wir vom Sennestädter Rundwanderweg stets begleitet werden.

 

Nicht nur für Gäste

Dieser nun offizielle Rundwanderweg ist aus einer Route für Gäste des Seminarund Tagungszentrums Haus Neuland entstanden und ist mit 15 professionellen Zielwegweisern und zahlreichen Plaketten ausgestattet und somit für alle erlebbar gemacht worden. Auswärtige Gäste werden dadurch auf das interessante und reizvolle Umfeld von Haus Neuland aufmerksam gemacht. Die Wegweiser leiten den Wanderer auf den Hermannshöhen direkt zum Haus Neuland, wo man einkehren und auch übernachten kann. Die für alle offene Gastronomie »Hermanns Küche« lädt zum hochwertigen und günstigen Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen, wovon sich alle Mitwanderer beim anschließenden Osterlunch mit musikalischer Begleitung der »Cottonfield Dixielanders« überzeugen konnten.

 

»Hermanns Küche«

Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass mit der »Hermanns Küche« bzw. »Hermanns Rast« eine weitere Einkehr- bzw. Übernachtungsmöglichkeit entstanden ist, da es solche nur wenige entlang des Hermannswegs im Raum Sennestadt gibt.

Gute Zusammenarbeit

Hervorzuheben ist vor allem die gute, aktive Zusammenarbeit von Haus Neuland mit dem Teutoburger Wald Verband und dem Sennestadtverein, die frühzeitig und engagiert in die Planungen mit einbezogen worden sind und die Realisierung mit Beschilderung und Wegbeschreibung begleitet haben. Gefördert wird der Weg vom NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge.

 

Betreuung durch den SV

Der Sennestadtverein ist hierbei durch Thomas Kiper und Sascha Sackewitz (ab 2016 neuer Wegewart des SV) vertreten worden. Die aufwendige Ausschilderung mit 15 Zielwegweisern ist dem tatkräftigen Uwe Biermann (TWV) zu verdanken, der die Aktion an zwei Urlaubstagen mit Hilfe einer Motorkarre durchgeführt hat, wofür ihm große Anerkennung gilt. Ebenfalls er und Sascha waren mit der Erstbeschilderung des N-Weges betraut, bei der zahlreiche Alu-Plaketten und viel Silikon- Kleber zum Einsatz kamen. Aufgrund des Material- und Zeitmangels wurde der Weg vor der Eröffnung nur in einer Richtung (im Uhrzeigersinn) ausgewiesen. Da die verantwortliche Wegepflege vom TWV auf den SV übergegangen ist, wurde dieser inzwischen auch in der entgegengesetzten Richtung ausgeschildert, was Fritz Sievers und Sascha in einer Tages-Aktion bewerkstelligt haben.

 

Für die zukünftige Übernahme der Wegebetreuung gibt es erfreulicherweise auch schon einen Interessenten.

 

Sascha Sackewitz

Im Knopfmuseum und auf dem Verler Kirchweg

Manfred Dolleschel im Gespräch mit Besuchern

Zum ersten Mal dabei

Es gibt ja bekanntermaßen für alles ein erstes Mal. Schon öfter hatte ich mir überlegt, doch einmal an einer Wanderung des Sennestadtvereins teilzunehmen – und jedesmal kam etwas dazwischen. Dann wurde ich auf die Wanderung am 19. März nach Verl mit Führung durch das Knopfmuseum aufmerksam und dachte mir: Jetzt oder nie! Zum Telefon gegriffen, kurz nett geplaudert, mich angemeldet, Termin notiert, fertig! Moment! Ich stutzte. Knopfmuseum in Verl? Hatte ich schon jemals davon gehört, dass in Verl Knöpfe produziert wurden? Wohl kaum! Mir fiel spontan nur Union Knopf aus Sennestadt ein. Also erst mal im Internet recherchiert – und siehe da, meine Überlegung war gar nicht verkehrt, denn niemand anderem als Manfred Dolleschel – dem Seniorchef von Union Knopf – haben wir es zu verdanken, dass es heute in Verl das Knopfmuseum gibt. Ich war nun wirklich gespannt.

 

Samstag morgen trafen wir – ich konnte meinen Mann zum Mitgehen animieren – um 11 Uhr mit den anderen Teilnehmern vor dem Sennestadthaus zusammen. Was uns wohl erwarten würde? Alle schienen sich schon untereinander zu kennen. Kurz kam der Gedanke, ob man da nur als »fünftes Rad am Wagen« mitläuft. Also habe ich mich erst einmal zu Birgit Berger »durchgearbeitet «, um die Teilnahmegebühr zu entrichten. Da sah ich schon das eine oder andere bekannte Gesicht, und da wir gerne bereit waren, in unserem Pkw noch jemanden nach Verl mitzunehmen, war man gleich im Gespräch.

 

Des Seniorchefs Herzblut

Angekommen in Verl ging es direkt ins Knopfmuseum, wo Manfred Dolleschel persönlich auf uns wartete, um uns durch die historische Knopfmanufaktur zu führen. Das alte Gebäude mitten im Ortskern Verls an der Sender Straße, in dem früher ein Druckereibetrieb untergebracht war, konnte Herr Dolleschel vor einiger Zeit erstehen und nach umfassender Renovierung im Jahr 2014 dort das Museum einrichten. Zuvor hatten die alten Gerätschaften über Jahrzehnte im Keller von Union Knopf im Dornröschenschlaf gelegen.

Blick in das Knopfmuseum

Ursprünglich stammt die über 100 Jahre alte Technik aus dem französischen Andeville, wo sie Manfred Dolleschel in den 1980er Jahren vor der Verschrottung rettete.

 

Er selbst kümmerte sich um den Abbau der Geräte, dokumentierte alles haargenau mit Fotos. Und genau so wurde alles in Verl wieder aufgebaut – und betriebsbereit gemacht!

Wie viel Herzblut in dem Projekt steckt, konnte man an den glänzenden Augen Dolleschels ablesen und man lauschte gerne seinen Geschichten. Fachkundig erklärte er jeden Arbeitsschritt und erläuterte auch vieles zu den verwendeten Materialien. Der Laie hörte staunend zu, dass ein häufiger Rohstoff zum Beispiel die Steinnuss aus Südamerika ist, die mir zuvor völlig unbekannt war. Die im Obergeschoss ausgestellten Knöpfe gaben überhaupt Zeugnis davon, dass es kaum ein Material gibt, aus dem keine Knöpfe hergestellt wurden. Nach der tollen Führung gab schließlich noch Museumsmitarbeiter Michael Schwan einen kurzen Einblick in die ebenfalls im Haus befindliche kleine Druckerei, in der noch eine alte Druckmaschine sowie historische Setzkästen aus der Gründerzeit in Betrieb sind.

 

Wandern und besinnen

Dann musste Birgit Berger ein wenig zur Eile treiben, schließlich war ja »Wandertag « und für diesen hatte sie eine Route über den Besinnungsweg »Verler Kirchwege« gewählt, der auf historischen Kirchwegen der Urpfarrei St. Anna angelegt wurde. Mehrmals wurde Halt gemacht, um die Teilnehmer mit Wissenswertem über die Verler Kirchen zu versorgen und von den Stelen vorzulesen, auf denen Verse aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi zur Besinnung einluden.

 

Nach gut neun Kilometern Rundweg kehrten wir schließlich gegen 16 Uhr im Café Klüter ein. Hier fand ein gelungener Ausflug einen prima Abschluss. Fazit: Meine Füße waren zwar platt, aber es hat Freude gemacht, sich der Wandergruppe anzuschließen. Allein schon all die netten Gespräche waren es wert, eine Wiederholung anzustreben. Ich kann nur jeden ermuntern, es auch einmal zu versuchen.

 

Marion Winkler