Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Arbeitskreis "Vielfalt in der Sennestadt"

Klänge der Welt und Sommerfest

Anfang 2015 wurde im Arbeitskreis Vielfalt beschlossen, Musiker einzuladen, die mit ihrer Musik die Vielfältigkeit der Kulturen zeigen. Das erste Konzert dieses Reihe fand dann Mitte März 2015 im Sennstadtpavillon statt. Der türkische Musiker Muharrem Karakuzu und seine Tochter Azize spielten auf dem landestypischen Kanun und stellten die Musik ihres Landes vor.
Die Reihe wird fortgeführt. Siehe Termine

Berichte

Konzertabend im LUNA am 27.01.2018

Didgeridoo, Maultrommel, Fujara, Shrutibox und mehr

Das Zusammenspiel dieser Instrumente erzeugte im voll besetzten Luna eine ganz besondere Atmosphäre
Unbekannte, außergewöhnliche Musikinstrumente aus verschiedenen Kulturkreisen der Welt zogen die Besucher des Konzertes der Bielefeld Didgers im Luna vom ersten Moment an in den Bann. Auf Einladung des Arbeitskreises Vielfalt des Sennestadtvereins zeigten die 12 Musiker ihr vielfältiges Können auf unterschiedlichen Instrumenten. Im Quartett spielten sie zu Beginn auf der sehr kleinen Maultrommel, die ihren Ursprung in Asien hat. Danach forderte der „Obertonsänger“, der eine kleine Geige spielte, das gut gelaunte Publikum auf, mit ihm zu singen: er gab Töne und Laute vor und das Publikum musste es nachsingen - „call and response“.

 

Ein wunderbarer Einstieg in den Abend – der Funke sprang über.
Heino Lamm,  Sennestädter Didger, führte durch das Programm und erklärte die Instrumente und die Musikstücke. Er spielt das Didgeridoo, das wahrscheinlich älteste Musikinstrument der Welt, das von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, gespielt wird und die Fujara, eine Flöte, die in der Slowakei traditionell die Hirten spielen und mehrfach am Abend zu hören war. Geschickt spielten die Didgers nach lauteren Stücken auf dem Didgeridoo ganz leise Töne zum Beispiel auf dem Monochord, einem schmalen hohen Musikinstrument mit vielen Saiten auf beiden Seiten. Auch der Gong, der an einem kleinen japanisch anmutenden Gerüst hing, wurde nach einem kräftigen Schlag zur Demonstration so leise gespielt, dass die Zuschauer fast nicht zu atmen wagten.


Fröhlich klang das Hang, zwei miteinander verklebte Halbkugelsegmente aus Stahlblech, das überwiegend mit den Händen gespielt wird, und faszinierend auch die indische Shrutibox – „das Harmonium des einfachen Mannes“. Die afrikanische Trommel und die gleichzeitig gespielten Percussioninstrumente begleiten und sind auch solo zu hören. Die beeindruckende Darbietung eines Didgers, die Tuba als Didgeridoo, also nur mit der Zirkularatmung zu spielen, wurde mit großem anerkennenden Applaus bedacht.

 

Bei dem Stück, dem die Didgers den Namen „Leben im australischen Busch“ gegeben haben und bei dem fast alle Instrumente zum Einsatz kamen, sahen die Zuhörer die einzelnen Tiere im Busch fast vor sich.

Ein leises Lachen war zu hören, als ein kleiner gelber Luftballon aufgeblasen und dann mit Bedacht die Luft herausgelassen wurde – wessen Stimme im australischen Busch dies auch immer war?! Sehr stimmungsvoll empfanden die Besucher die ruhige Begleitmusik des Saxophonisten, der die Bühne während der Darbietungen verließ und durch den Raum schlenderte.


Die gut 100 begeisterten Zuschauer verlangten eine Zugabe, erhielten sie und dankten den Musikern mit lautem anhaltenden Beifall. Danach war Zeit für Fragen an die Bielefeld Didgers und das Angebot, die Instrumente einmal auszuprobieren, nahmen einige sehr gern wahr.

Musikprojekt für Geflüchtete

Die Besucher des „Musikalischen Sommerfestes“ im Juli 2017 im Containerdorf für Flüchtlinge in der Sennestadt wurden mit lauten Trommelrhythmen, die schon von weitem zu hören waren, empfangen. Die Ehrenamtlichen, die Bewohner, die Stadt Bielefeld und die Hausmeister der BGW hatten zu einem bunten Sommerfest eingeladen, in diesem Jahr mit viel Musik und Tanz. Organisiert wurde das Fest hauptsächlich von Mitgliedern des Arbeitskreises Vielfalt und neben den vielen Aktionen von Sennestädter Vereinen für Jung und Alt und dem internationalen Bufett wurde im Rahmen der Reihe „Klänge der Welt“ ein buntes Musikprogramm geboten. Im Frühjahr startete ein Musikprojekt für Geflüchtete, die im Containerdorf und bereits in der Sennestadt in Wohnungen oder bei Familien leben. Der AK Vielfalt konnte hierfür einen engagierten Liedermacher gewinnen, Rolf Knafla, erfahren im Umgang mit Geflüchteten in der Johanneskirche Sennestadt, der mit unglaublichem Durchhaltevermögen jeden Dienstag und Donnerstag im Containerdorf die Gitarre und seine Musikinstrumente auspackte und mit den jungen Männern Musik machte.

Der Flüchtlingsfonds ermöglichte die Anschaffung eines Percussion-Sets und mit diesen einfachen Musikinstrumenten konnten dann auch die Kinder den Gesang und das Gitarrenspiel begleiten. Dargeboten wurde das Eingeübte während des bunten Sommerfestes mit Musik- und Tanzgruppen. Nach dem rasanten Beginn mit der Trommelgruppe aus dem Internationalen Begegnungszentrum Bielefeld traten die Bielefeld Didgers mit ihren beeindruckenden Didgeridoos und dem speziellen Sound auf und Rolf Knafla unterhielt mit internationalen Liedern zur Gitarre.

 

Zum Abschluss des musikalischen Programms begeisterten die "Line-Dancer Sennestadt" die Zuschauer mit ihren Western-Rhythmen und danach war kein Halten mehr für die Gruppe der Bewohner, die ihre landestypischen Tänze zeigten und die Gäste zum Mitmachen aufforderten.

Kanun-Konzert im Sennestadtpavillon

Das erste Konzert der Reihe „Klänge der Welt“ fand Mitte März 2016 im Sennestadtpavillon statt. Dirk Kleemann vom Arbeitskreis „Vielfalt in Sennestadt“ des Sennestadtvereins hatte Muharrem Karakuzu gewinnen können, mit seinem Instrument ein kleines Konzert zu geben. Er stellte sein Kanun, ein klassisches türkisches Musikinstrument, eine Kastenzither, ähnlich der uns bekannteren Zither, dem interessierten Publikum vor. Das Kanun ist ein ziemlich großes Instrument, liegt dem sitzenden Spieler auf dem Schoß und wird mit sogenannten Plektren gezupft, die wie Fingerhüte auf die Zeigefinger gesteckt werden.

 

Muharrem Karakuzu erklärte kurz das Instrument, die Unterschiede der östlichen und westlichen Tonleitern und Töne und gab dazu Beispiele, bevor er die längeren Stücke vortrug. Er spielt dieses Instrument seit 1990, seine ihn begleitende Tochter Azize, 13 Jahre alt, spielt bereits seit drei Jahren. Die erzeugten Töne des Kanuns sind höher als zum Beispiel die der Harfe, aber bei den Liedern der türkischen Volksmusik mit den Titeln „Der Regen kommt“, „Die Wellen“ und „Wasserfall“ konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer fast die Tropfen spüren und den Wasserfall rauschen hören. Auch die Tochter begeisterte mit sehr schnell gespielten, harmonischen Stücken - fremdartig, orientalisch und doch vertraut.

 

Es gab viel Applaus für die sehr sympathischen Musiker und nach den Zugaben konnten die Besucher türkische Köstlichkeiten genießen, Muharrem Karak und seiner Tochter danken, Fragen stellen und sich über das Gehörte austauschen.

Griechischer Abend im LUNA

Der „Griechische Abend“ im LUNA in der Sennestadt war ein voller Erfolg! Es war nach dem Konzert eines türkischen Kanun-Spielers im März 2016 die zweite Veranstaltung der Konzertreihe „Klänge der Welt“, organisiert vom  Arbeitskreis „Vielfalt in der Sennestadt“ in Kooperation mit den Sprachpaten OWL und dem Thessalischen Verein Bielefeld. Die vierköpfige Musikgruppe „Orfeas“ mit dem Sennestädter Lazaros Zdoupas spielte traditionelle volkstümliche Musik, den landestypischen griechischen Blues „Rembetiko“.

 

Rembetiko wird als griechischer Blues bezeichnet, weil die Texte ähnlich wie im Blues von den alltäglichen Sorgen der einfachen Leute handeln. Die Inhalte der Lieder wurden dem Publikum erklärt. Die Bouzouki-Klänge stimmten die fast hundert Besucher im Saal des LUNA auf die Tänzer des Thessalischen Vereins ein, die auch in ihrer Landestracht traditionelle Inseltänze vorführten. Der fast schon melancholische Musikstil und Gesang schlug um in fröhliche und mitreißende Musik, wenn die Tanzgruppe auftrat. Die ausdrucksstarken Tänzerinnen und Tänzer begeisterten das Publikum und animierten es, mitzutanzen.

 

Die Musik begann mit langsamen Rhythmen, die immer schneller wurden und die mit den griechischen Tänzen nicht Vertrauten hatten Mühe, sich der schnellen Schrittfolge anzupassen. Einen der sehr schnellen Tänze bis zum Schluss mitzumachen, erforderte schon eine gewisse Kondition.

 

Landestypisches Essen wurde angeboten - der Thessalische Verein hatte es übernommen, die Gäste mit leckeren Hackfleischbällchen, gefüllten Weinblättern und mehr zu bewirten. Für die Getränke hatte der Arbeitskreis Vielfalt gesorgt – natürlich gab es den griechischen Wein Retsina, und auch mit einem Ouzo konnten die Besucher anstoßen. Bis nach Mitternacht spielte die Musikgruppe und wurde getanzt – nach Meinung der Organisatoren ein gelungener Abend mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.