Der Sennestadtverein
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Arbeitskreis Vielfalt

Märchen aus aller Welt

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Berichte

„Die Rabe" erzählte Märchen

 

Auf Einladung des AK "Vielfalt" des Sennestadtvereins hat die Märchenfrau und Geschichtenerzählerin Ute Rabe, „Die Rabe", am 20. April im AWO Forum internationale Märchen vom „Leben und der Liebe“ erzählt. Ihre vorgetragenen Märchen drehten sich darum, wie Menschen im Großen wie im Kleinen miteinander auskommen und sich vertragen können. Zwischen den einzelnen Märchen spielte sie ein Didgeridoo. Die meditativen Klänge „sollen die Zuhörer und mich vom Alltag lösen und uns ganz auf die Märchen einlassen“ sagte sie.

 

"Der Froschkönig" das sehr bekannte Märchen, gekonnt vorgetragen.

 

"Der Krieg und sein Bruder" ist ein internationales Märchen, das sehr nachdenklich macht: „Die Geschichte um den alten Krieg, der zu verschwinden schien", geschrieben von der deutschen Kinderbuchautorin Irmela Wendt. Es geht darum, wie die Menschen immer schwerere Geschütze auffahren, von bewaffneten Reitern über Panzer und Bomben, und dabei ganz außer Acht lassend, dass wir doch alle eigentlich Brüder und Schwestern sind.

 

„Siebenhaut“ nach Ludwig Bechstein

 

„Das Mondmädchen“ - Gruselig: Ein Fischer angelt bei Vollmond ein weibliches Skelett. Es klammert sich an seinen Haken, und mit- und gegeneinander findet eine Erlösung der alten Knochen statt. Am Ende steht ein wunderschönes Liebespaar, der Fischer hat der Knochenfrau die Gelegenheit gegeben, sich selbst zu regenerieren.

 

„Der Silberspiegel“ - ein arabisches Märchen von einer jungen Frau und einem jungen Mann, die sich durch und in einem Silberspiegel kennen und lieben lernen. Witzige Spiegelfechterei um das Küssen-Lernen, am Ende mit vier glücklichen Brautleuten (die echten und die im Spiegel).

 

„Der Herr von Rabenstein und die Freifrau von Elster“, ein Paar von Meisterdieben. Sie waren verheiratet, „die Liebe blühte und die Geschäfte florierten“. Pointe ist: Sie bekamen ein Kind, das so seltsam verkrüppelt wirkte, verkrampfte Faust, eng an den Körper gepresstes Ärmchen. Aus diesem verkrüppelten Kind konnte kein Meisterdieb werden, was die Eltern doch eingeplant hatten. Schließlich stellt sich heraus: Das Kind war so verkrüppelt und verkrampft, weil es mit seiner kleinen Faust den Ehering der Hebamme umklammerte (hatte es natürlich während der Geburt geklaut!). Ein unglaublich charmantes Märchen – die Pointe ließ die Zuschauer laut auflachen und sie konnten mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause gehen.

Märchen vom Diesseits und Jenseits

 

Der Arbeitskreis Vielfalt des Sennestadtvereins lud im Februar 2017 in seiner Reihe »Märchen aus aller Welt« Märchenerzählerin Simone Warken in das Frieda-Nadig-Haus am Senner Hellweg ein. Da viele ältere Bewohner nicht mehr so gut oder gar nicht mehr in der Lage sind, Veranstaltungen außerhalb des Seniorenheims zu besuchen, fand die Veranstaltung diesmal im dortigen Café statt; die Senioren zahlten keinen Eintritt. Der zuständige Mitarbeiter im Frieda-Nadig-Haus, Helmut Ritz, wünschte sich in einem Vorgespräch Märchen, die auch einen Bezug zum »Ende des Lebens« haben, und Simone Warken suchte drei Märchen aus, die sie mit stimmiger Musik auf ihrer keltischen Harfe ergänzte. Die Zuhörer erkannten bereits nach den ersten Sätzen das Märchen »Die sieben Raben« und waren am Ende erleichtert, dass die Raben von ihrer Schwester erlöst wurden. Schafhirte überlistet Tod In einem eher unbekannten Märchen überlistet ein mutiger Schafhirte Gevatter Tod, der von ihm ein Lämmchen haben wollte und ihm ansonsten einen frühen Tod androhte. Also trug der Hirte das Lämmchen zu Gevatter Tod nach Haus. Dort sah er Fäden, dicke und dünne Wollknäuel. Er fragte, was diese zu bedeuten hätten, und sah nach der Erklärung durch Gevatter Tod anhand seines dicken Wollknäuels, dass er noch lange leben würde – also ging er und nahm sein Lämmchen wieder mit. In Frau Holles Apfelgarten Nach dem musikalischen Zwischenspiel trug Simone Warken ein Märchen aus Lothringen vor, das einige Besucher sofort mit »Frau Holle« in Verbindung brachten – es hieß »Frau Holles Apfelgarten«. Eine ältere Frau sollte mit Junker Tod die Erde verlassen, wozu sie gar keine Lust hatte. Für Frau Holle sollte sie die Apfelbäume pflegen, die nicht mehr gedeihen wollten. Nach langem Hin und Her musste sie einwilligen, ritt mit Junker Tod hinauf in den Paradiesgarten, sah den Apfelgarten und viele schöne junge Mädchen. Frau Holle berührte die Alte, da war auch sie wieder jung und schön und die Apfelbäume gediehen seitdem dank ihres Könnens prächtig: ein schönes, versöhnliches Ende eines Märchens, das auch die Märchenstunde beendete. Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken wurde das Gehörte noch einmal lebhaft diskutiert. Die durchweg positiven Stimmen der Bewohner, Mitarbeiter und Gäste und die fast familiäre Atmosphäre ermutigen den Arbeitskreis, weiter mit neuen Ideen zum guten Gelingen des »Miteinander « in der Sennestadt beizutragen.

Brigitte Honerlage