Der Sennestadtverein
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Sennestadt

Ortsheimatpfleger

Mathias Reese zeigt archäologische Funde

 

An den kleinen Dingen lässt sich dich Welt erklären: Matthias Reese zeigt im Sennestadthaus seine archäologischen Funde. Dabei sind Münzen, Schnallen, Schmuck und Sackplomben aus vergangenen Jahrhunderten immer ein Anlass für die Frage: Wie haben Menschen früher gelebt, gearbeitet oder gespielt?
"Hier sind immer viele Leute durchgezogen, ich habe ganz viele Funde am Rande der ehemaligen B 68 gemacht, die zeigen, dass die Menschen immer auf der Durchreise waren", berichtet der 38-jährige Hobby-Archäologe, der mit seinem Suchgerät, einer sogenannten Sonde, über die Äcker wandert und an einem Piepton hört, ob es sich um einen metallischen Gegenstad handelt. Für das Suchen habe er eine Genehmigung - im Wald oder auf Wiesen dürfe er nicht suchen - und eine Archäologin im Hintergrund, die hilft, die Funde zu bewerten. „Davon wird dann nichts verkauft, sondern es wandert ins Museum“ weiß Reese. Aufgespürt hat er Schnallen und Amulette, Ringe und Reste von Schmuck, Bleispielzeug, Sackplomben und Kugeln und zahlreiche Münzen, zum Teil mit regionaler Prägung aus Kupfer oder Silber, viele aus dem 19. Jahrhundert. Sie erzählen manches über die Geschichte der Sennelandschaft. Manches achtlos weggeworfen, manches verloren und vielleicht schmerzlich vermisst. Reese zeigt auf einen Centime von 1809 aus, dem damals französisch regierten "Königreich Westphalen", mit den Initialen des Regenten "Hieronymus Napoleon". Das steht für Jerome Bonaparte, Napoleons jüngsten Bruder. Da gibt es Thaler und Groschen, die Pfennige, die in Preußen bis 1873 noch "Pfenninge" hießen, und auch Silbermünzen, die von Feuer zerstört wurden. Auch etwas Schrott ist zu sehen, Metall in einem Karton, das Ergebnis von 10 Stunden Rundgang mit der Sonde.
Auch so ein Fundstück ist Herr Reese selbst, Ortsheimatpfleger Marc Wübbenhorst hatte ihn vor einiger Zeit kennengelernt und zu einer Ausstellung ermutigt. „Er hat so viele spannende Gegenstände, und sie alle erzählen eine Geschichte. Ich fand, es war an der Zeit, die Dinge zu zeigen. Ich hoffe, es findet sich weiteres neues, altes.“
Gesehen werden können die Funde im Sennestadthaus, in den Vitrinen zum Aufgang in den Vortragssaal. Die Fundstücke sind beschriftet und werden ab und zu ausgetauscht.