Der Sennestadtverein
Der Sennestadtverein

Die Sennestadt und ihre typischen Bauten

Eine Dokumentation von  Drees & Huesmann PartGmbH  im Auftrag des  Sennestadtverein e.V.

In diesem ersten Schritt wird die Adolf-Reichwein-Schule und die Neubebauung des Grundstücks dokumentiert. Mit der Behandlung weiterer wichtige Gebäude oder Themen, wie

  • das Matthias-Claudius- Haus und das neue Seniorenzentrum,
  • das Sennestadthaus als Gemeinschaftshaus,
  • das neue Stadtzentrum „Reichowplatz“ und die Versuche zu seiner Belebung,
  • das Farbkonzept der Sennestadt,
  • das Neubaugebiet „Keilerweg“ und
  • das Neubaugebiet „Schillinggelände“

könnte die Dokumentationsreihe fortgeführt werden.

Die bisherige Studie als pdf zum Download

Die Sennestadt und ihre typischen Bauten - eine Dokumentation
Sennestadt-typische-Bauten-Doku.pdf
PDF-Dokument [27.3 MB]
Anhang - Adolf-Reichwein-Schule
Sennestadt-typische-Bauten-ARS.pdf
PDF-Dokument [85.2 MB]

Ulrich Klemens - Eine Einführung


Durch diese Dokumentationsreihe soll die Erinnerung an die historische Gestalt der Sennestadt wachgehalten werden. Deswegen werden neben bereits abgerissenen Bauten auch solche in die Beschreibung aufgenommen, die bis heute in geänderter Form und Gestalt ihre Bedeutung für das Gesamtkonzept der Stadt behalten haben. Diese Dokumentation will darüber hinaus Kriterien liefern für die Diskussion über eine Modernisierung und Weiterentwicklung der Sennestadt im Sinne ihres Gründers Professor Dr. Hans Bernhard Reichow.

 

Mit dem Bau der Sennestadt (ab 1957) verwirklichte Professor Dr. Hans Bernhard Reichow (1899 – 1974) seine Idee einer Stadtlandschaft. In einmaliger Weise nutzte er die natürlichen Gegebenheiten in der Gemeinde Senne II, um eine voll ausgebildete Stadtarchitektur in die Landschaft einzubetten. Damit bringt er die städtebauliche Diskussion über die wesentlichen Gestaltungsmerkmale von Garten- und Satellitenstädte zu einem mustergültigen Abschluss.

 

Reichows städtebauliches Konzept beruhte auf folgenden Prinzipien: Die Stadtarchitektur muss sich an den Lebensbedürfnissen der Bewohner orientieren und die Anonymität moderner Großstädte aufheben zu Gunsten eines konfliktfreien Zusammenlebens in überschaubaren Nachbarschaftsbeziehungen und einem verantwortungsbewussten Umgang mit der umgebenden Natur.

 

„Durch die Standortbestimmung von Rathaus, Schulen, Sportund Freizeiteinrichtungen, Kirchen und Gemeindehäusern sowie der Einkaufs- und Versorgungsschwerpunkte werden Zuordnungen geschaffen, die die Orientierung erleichtern. Der besondere Rang dieser Einrichtungen wird gleichzeitig baulich vor dem ruhigen Hintergrund der architektonisch meist einfacher gestalteten Wohnbebauung der Nachkriegszeit hervorgehoben.“ 

Zit. aus "Der Städtebau der Sennestadt", Eine Dokumentation, Sennestadtverein e.V., Arbeitsgruppe Ortsbildpflege
(Peter Holst u.a.) 

 

Jede Diskussion über die Bedeutung von Bauten, die wesentliche Bestandteile des genannten Orientierungssystems darstellen, muss daher immer das städtebauliche Gesamtkonzept der Sennestadt im Blick behalten. Neugestaltungen sollten vor diesem Hintergrund vorgenommen werden.

Seit seiner Gründung ist Sennestadt inzwischen manchen Veränderungen unterworfen worden. Die Quartierszentren sind entleert. Nahe Einkaufsmöglichkeiten unter dem Druck der Großmärkte vor der Stadt verschwunden. Auch das Straßennetz kann den Anforderungen an eine immer noch wachsende Zahl von Autos kaum noch genügen.

 

Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur (Überalterung) und der sozialen Zusammensetzung der Bewohnerschaft (sinkendes Durchschnittseinkommen) führen mittelfristig zu einer Veränderung des Lebensgefühls in Sennestadt.

 

Das die Anfangsjahre bestimmende „Wir-Gefühl“ kann offensichtlich nicht allein durch den Rückgriff auf Reichowsche Ideen wiederbelebt werden. Notwendig scheint eine Neuorientierung unter Einbeziehung der heute wirksamen sozialen und städtebaulichen Faktoren. Dazu gehören die große Zahl der in den letzten 30 Jahren zugezogenen nichtdeutschen Einwohner, der hohe Renovierungsbedarf an der überalterten Bausubstanz, der viele Eigentümer überfordert, die Änderung der Nutzung von Gebäuden, auch solcher, die zu den Orientierungspunkten im Stadtkonzept gehören (Postgebäude am Sennestadtring).

 

Die geänderten Bedürfnisse und die bestimmenden Interessen der Investoren geraten aber unvermeidlich häufig in einen Widerspruch zu den oben aufgezeigten städtebaulichen Kriterien der Sennestadt. Aus diesem Grunde verschwinden Bauten aus dem Stadtbild, die zu dem Orientierungssystem gehörten, ohne dass gleichwertige Architektur oder Nutzung an ihre Stelle tritt.

 

Durch diese Dokumentationsreihe soll die Erinnerung an die historische Gestalt der Sennestadt wachgehalten werden. Deswegen werden neben bereits abgerissenen Bauten auch solche in die Beschreibung aufgenommen, die bis heute in geänderter Form und Gestalt ihre Bedeutung für das Gesamtkonzept der Stadt behalten haben.

 

Diese Dokumentation will darüber hinaus Kriterien liefern für die Diskussion über eine Modernisierung und Weiterentwicklung der Sennestadt im Sinne ihres Gründers Prof. Dr. Hans Bernhard Reichow.